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17 Februar 2011, 11:54

Michail Glinka

Michail Glinka

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, heute möchten wir Ihnen von Michail Glinka, den Begründer der klassischen Musik Russlands, erzählen. Am 15. Februar jährt sich der Todestag des großen Komponisten zum 164. Mal.

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, heute möchten wir Ihnen von Michail Glinka, den Begründer der klassischen Musik Russlands, erzählen. Am 15. Februar jährt sich der Todestag des großen Komponisten zum 164. Mal. Unsere Korrespondentin Anna Akopowa hat sich mit der künstlerischen Entwicklung und dem musikalischen Erbe Michail Glinkas beschäftigt.

«In vielerlei Hinsicht hat Glinka für die russische Musik dieselbe Bedeutung wie Puschkin für die russische Dichtkunst. Beide waren große Talente und beide wurden zu Begründern neuen russischen künstlerischen Schaffens. Beide waren große Patrioten und schöpften ihre große Energie direkt aus den Wurzeln ihres Volkes. Und beide schufen eine neue russische Sprache – der eine in der Dichtkunst und der andere in der Musik», sagte einmal der Musikkritiker Stasow.

Die ersten Erfahrungen Glinkas im Komponieren gehen auf das Jahr 1822 zurück. Es handelte sich um Variationen für Harfe oder Fortepiano zu einem Opernthema des österreichischen Komponisten Weigl mit dem Titel «Die Schweizer Familie». Indem er sein Spiel auf dem Fortepiano weiter vervollkommnte, widmete sich Glinka von diesem Moment an immer mehr der Komposition und komponiert bald darauf schon überaus viel, wobei er sein Talent in den verschiedensten Genres erprobte.

Musik 

Eine entscheidende Bedeutung für die musikalische Entwicklung Glinkas hatte sein Unterricht in Kompositionstheorie bei Siegfried Dehn. Auf dem Weg nach Berlin im Jahre 1833 machte er für einige Zeit Halt in Wien. Über seine Eindrücke vom Aufenthalt in dieser Stadt sagt Glinka in seinen «Aufzeichnungen», dass er oft und mit Vergnügen die Orchester von Lanner und Strauß gehört, viel Schiller gelesen und seine Lieblingslieder umgeschrieben habe. Die in Berlin verbrachten Monate führten bei ihm zum Nachdenken über die tiefen nationalen kulturellen Wurzeln eines jeden Volkes. Nach den Worten Glinkas brachte Dehn nicht nur Ordnung in seine theoretischen Kenntnisse, "sondern auch in seine Vorstellungen über Kunst im allgemeinen", indem er ihm erstmals die Möglichkeit gab, "sich nicht vortastend, sondern bewusst zu arbeiten". In Berlin machte sich Glinka auch mit dem Pianisten Berger, dem Verfasser "hervorragender" Klavier-Etüden und Lehrer von Mendelsohn, bekannt. Hier "nehmen Glinkas Gedanken zur nationalen Musik immer klarere Formen an" und es werden einige Themen komponiert, die dann in die Oper "Ein Leben für den Zaren" Eingang finden.

Musik

Der deutschen klassischen Musik war Glinka sehr verbunden. Dennoch rief der Kontakt mit der Musik Beethovens bei ihm oft einen Zustand tiefer Erschütterung hervor. Daraus könnte man den Schluss ziehen, dass es zwischen den beiden Meistern eine gewisse geistige und kreative Gemeinsamkeit gibt, die ohne Mühe den Mechanismus der gegenseitigen Inspiration in Gang zu bringen imstande war. Aber in der Wahrnehmung der Zeitgenossen und Nachkommen Glinkas fügt sich dieser in eine Künstlerriege eines völlig anderen Naturells als Beethoven ein, nämlich in die Mozarts, Schuberts, Webers und Chopins. Darüber, dass Glinka hinsichtlich einer natürlichen Begabung Mozart, und nicht Beethoven, glich, schrieb schon Rimski-Korsakow.   

Heute gibt es die Glinka-Gesellschaft für Musik, die von der Großnichte Glinkas, von Lidia Glinka, geleitet wird. Hören Sie, was sie unserer Korrespondentin in einem Exklusivinterview sagte:

«Die Gesellschaft habe ich im Jahre 1997 gegründet. Da ich eine Nachkommin Glinkas bin, trage ich sein Vermächtnis weiter. Ich habe junge Künstler für eine Zusammenarbeit gewonnen. Musik von Glinka ist sehr schwer zu spielen. Es ist sofort sichtbar, ob die seine Musik aufführende Person talentiert ist. Falls der Künstler also nicht genügend spirituell ist, wird sich eine Unvollkommenheit in der Darbietung der Musik Glinkas bemerkbar machen. Wenn Glinka nicht seine Nationalsprache, die nationale russische musikalische Oper geschaffen hätte, dann hätte es auch nicht die folgenden Komponisten-Generationen gegeben. Denn Tschaikowski hat von ihm das Arrangement russischer Volkslieder übernommen und Rimski-Korsakow die Komponente des Märchenhaften. Ich besitze das Tagebuch Glinkas. Er beschreibt darin sein Leben. Er hat sich die ungeheuere Aufgabe gestellt, auf Grundlage der russischen und europäischen Musikkultur seine eigene musikalische Sprache zu schaffen und den folgenden Generationen den Weg zu bahnen. Die klassische Opernschule hätte es ohne Glinka nicht gegeben».

«Sein gesamtes künstlerisches Schaffen ist mit Deutschland verbunden. Er lernte bei Mozart und Bach. Ständig fuhr er nach Deutschland. Er war mit den Komponisten jener Zeit befreundet. Er schuf sein Werk unmittelbar auf Grundlage der deutschen Klassik. Seine Musik wurde am stärksten von der deutschen Musikkultur beeinflusst», sagt Lidia Glinka.

Die Glinka-Gesellschaft für Musik führt Musikabende durch. Auf einem davon konnte ich anwesend sein. Hören Sie, was Lidia Glinka über die Konzerte sagt, die sie veranstaltet:

«In diesem Jahr habe ich einen Zyklus über die Zeit der Jugend bis zu den letzten Tagen Glinkas mit Lesungen von Erzählungen und Konzerten begonnen. Es wird hier auch intensiv diskutiert. Ein Schauspieler liest aus dem Tagebauch Glinkas. Ich helfe der Jugend. An den Konzerten nehmen Solisten aus dem Bolschoi-Theater teil. Es gibt bei mir programmatische Konzerte. Jedes Konzert führe ich wie ein Theaterstück auf. Damit das Konzert ein allumfassendes Kunstwerk sein möge. Beispielsweise Glinka in Spanien, in Italien, Glinka und Tschaikowski und andere. Zusammen mit der deutschen Botschaft haben wir das Konzert «Glinka in Deutschland. Seite der Geschichte zweier Kulturen aufgeführt».

Eine der Hauptaufgaben der Gesellschaft ist die Suche und Unterstützung junger talentierter Musiker. Jedes Jahr werden von ihr eine Vielzahl von Konzerten mit Lesungen und Musikabende veranstaltet, die dem Werk des Komponisten gewidmet sind und auf denen zusammen mit bekannten Meistern junge talentierte Künstler auftreten. All diese Abende sind karitativer Natur.  

Sie hörten eine Sendung über den Komponisten Michail Glinka, einen der Wegbereiter der russischen klassischen Musik. Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

 

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