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11 Juli 2012, 20:00

Bill Clinton soll Massenmord in Srebrenica vorgeschlagen haben

Bill Clinton soll Massenmord in Srebrenica vorgeschlagen haben

Am 17. Jahrestag des Massakers von Srebrenica sieht die Expertin Jelena Guskowa keine Beweise für einen Völkermord an Muslimen durch bosnische Serben. Guskowa leitet das Forschungszentrum für die gegenwärtige Balkan-Krise am Slawenkunde-Institut der Russischen Wissenschaftsakademie. Hier ist ihr Kommentar.

Das Thema Srebrenica ist heute Gegenstand politischer Spekulationen, obwohl es immer mehr Hinweise darauf gibt, dass es sich um eine durchgeplante Operation muslimischer Geheimdienste gehandelt hat.

Srebrenica gilt derzeit als Synonym für Völkermord an Muslimen. Diesen Völkermord sollen serbische Militärkräfte im Juli 1995 begangen haben. Schon damals hatten Manipulationen mit den Opferzahlen begonnen. Im Jahr 2009 erklärte das Europaparlament den 11. Juli zum „europäischen Gedenktag für die Opfer des Völkermords von Srebrenica“, wo rund 8.000 Zivilisten von bosnischen Serben ermordet worden seien. Diese Opferzahl lässt sich aber durch keine Fakten bestätigen.

Mittlerweile tauchen neue Unterlagen auf, die eine andere Version der Geschehnisse ermöglichen und die Zahl der Todesopfer korrigieren. Menschen, die damals dabei waren, greifen zu Wort, Geheimdienste einiger Länder legen ihre Daten offen, detaillierte analytische Berichte (die zum Teil von westlichen Forschern und Journalisten stammen) werden vorgelegt.

Im Jahr 1999 zitierte der UN-Generalsekretär in seinem Bericht einige Bosnier aus Srebrenica mit den Worten, Präsident Izetbegovic habe ihnen gesagt, dass ein Nato-Einsatz nach seinen Angaben nur unter der Bedingung möglich sei, wenn die Serben in Srebrenica eindringen und „mindestens 5.000“ Bewohner töten würden.

Das bestätigte Hakija Meholjic, Ex- Polizeichef von Srebrenica. In einem Interview mit dem Magazin „Dani“ sagte er, Izetbegovic habe sich an eine Delegation aus Srebrenica mit den Worten gewandt: „Bill Clinton hat mir im April 1993 vorgeschlagen: Ein Stoßtrupp soll in Srebrenica einmarschieren und 5.000 Muslime niedermetzeln – dann wird es eine Militärintervention geben“.

Im Zeitraum zwischen 2003 und 2006 wurden 2.442 Tote in Massengräbern gefunden – diese Menschen sollen im Juli 1995 erschossen worden sein. 914 von ihnen stimmten aber im September 1996 bei den damaligen Wahlen ab.

Experten des Jugoslawien-Tribunals nahmen die Massengräber unter die Lupe. Wenn man ihre gerichtsmedizinischen Befunde analysiert, stellt es sich heraus, dass die Todesursache in 92,4 Prozent der Fälle offiziell nicht festgestellt wurde.

Weder unter UN-Kräften noch unter zahlreichen Journalisten gab es im Juli 1995 jemanden, der den „Völkermord“ in Srebrenica mit seinen eigenen Augen gesehen hatte.

Unter EU-Druck beeilten sich die Serben, ihre Schuld einzugestehen. Das sollten sie aber nicht tun, solange nicht alle Umstände jener Ereignisse in Srebrenica geklärt und offengelegt sind. Sonst gilt dieses Geständnis als Bestätigung der Nato-Behauptung, wonach die Serben an allem schuld seien, was in den 1990er Jahren auf dem Balkan geschehen war. Dadurch rechtfertigt die Nato auch ihre Bombenangriffe im Jahr 1999.

 

Elena Guskowa

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