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Nikita Sorokin Jewgenij Erlich
19 Oktober 2012, 17:12

Das europäische Kalifat: Die 4. Generation

Das europäische Kalifat: Die 4. Generation

Was derzeit in der EU geschieht, ist ein Zusammenprall der Zivilisationen, sagt der israelische Journalist Zvi Yehezkeli. Mit seiner Doku „Allah Islam“ wollte er das Ausmaß der Islamisierung Europas klären – und erzählt nun Stimme Russlands über seine Eindrücke.

Der Dokumentarfilm wurde in verschiedenen europäischen Ländern gedreht. Sein Autor und Regisseur, der mehrere Dialekte der arabischen Sprache beherrscht, gab sich dabei oft für einen Palästinenser aus. Zvi Yehezkeli leitet die arabische Nachrichten-Redaktion eines israelischen Fernsehsenders. Ursprünglich hat er nach eigenen Worten keinen langen Film geplant:

Wir wollten ein paar Reportagen für die Nachrichtensendung machen. Dann sagte ich jedoch, dass ich Platz für etwas Größeres sehe. Je mehr man eine Situation analysiert, desto besser begreift man, wie tiefgründig das Problem ist“.

Nach Ansicht von Stimme Russlands-Reportern sind die in Schweden, Belgien und Großbritannien gedrehten Episoden besonders spektakulär. Im schwedischen Malmö nimmt das Kamerateam eine Moschee ins Visier, wo offen für einen Dschihad propagiert wird. Die Wände sind dort bemalt mit Aufrufen zu einem gnadenlosen Krieg gegen Ungläubige. Später besuchen die Journalisten eine muslimische Einwanderer-Familie in der Nachbarschaft. Ein Jugendlicher wird gefragt: „Wer willst du sein?“ Er zögert keine Sekunde: „Der Dschihad ist mein Traum!“

In Brüssel träumt ein Mitglied der Organisation „Sharia4Belgium“ von Scharia-Gesetzen: Dann müssten die Belgier Platz machen und letztendlich überhaupt aus dem Land abhauen. Ein anderer Aktivist sagt vor laufender Kamera: „Wir werden nie halt machen. Wir haben keine Angst vor Gefängnis und nicht einmal vor dem Tod. Wir sind bereit, wie Schahide zu sterben!“

Anjem Choudary, Islamisten-Anführer in London, bezeichnet die 9/11-Anschläge als Anfang einer Wiedergeburt. Nach jenen Attacken hätten alle Muslime der Welt ihren Wurzeln wieder zugewandt und den Koran richtig studiert, hieß es. Im Islamischen Zentrum, das im britischen Luton liegt, verkündet ein junger Muslime: „Das Islam ist nun überall. Wir arbeiten rund um die Uhr auf ein weltweites Kalifat hin. Und wir werden siegen!“

Laut Yehezkeli gehören die aggressivsten Figuren des Films größtenteils zur vierten Generation der muslimischen Einwanderung: Mit einem klaren Nein zur westlichen Zivilisation bereite sich diese soziale Gruppe gezielt auf einen Dschihad vor. Diese Generation sei eine Zeitbombe, so Yehezkeli. Im Interview mit Stimme Russlands kommentiert er weiter:

Es war eigentlich klar, dass sie sich in die europäische Gesellschaft nicht integrieren konnten. Nehmen wir Frankreich als Beispiel. Wir sehen, was sich dort abspielt: Terroranschläge, Auseinandersetzungen in Moscheen, die es dort immer mehr gibt, aber auch versuchte Restriktionen gegen illegale Einwanderer und Fremde. Das ist ein krasses Beispiel für einen Zusammenprall der Zivilisationen“.

Die Filmautoren nehmen auch den Antisemitismus unter die Lupe, der in Europa neue und erschreckende Formen annimmt. Dieses Phänomen hat seine Entstehung muslimischen Einwanderern zu verdanken. Die Judophobie breitet sich an französischen Unis aus – selbst Franzosen, die nicht zu Einwanderern gehören, werden dadurch angesteckt. Ein Uni-Professor erzählt im Film, er habe gekündigt, um antisemitischen Aktionen fernzubleiben. Yehezkeli will aber nicht zu dick auftragen:

Das ist eher eine Herausforderung als eine Katastrophe. Schließlich ist all dies nicht an einem Tag passiert. Illegale Einwanderer sind in Europa nicht mit Fallschirm gelandet. Diese Menschen kamen auf Einladung von Europäern. Billige Arbeitskräfte, Taxifahrer, Putzfrauen. Was ich im Film sage, ist ganz einfach: Diese Jungs konnten nicht Teil einer großen Multikultur werden – nun muss man sich damit beschäftigen und ihre Probleme lösen“.

Der Religionsexperte Alexej Judin, Dozent der Russischen Humanitären Staatsuniversität, sagte Stimme Russlands, der Film skizziere deutlich die ernstzunehmende Situation in Europa:

Man darf natürlich nicht sagen, dass es um eine absolute Bedrohung für Europa geht. Das ist aber ein ernstes Problem, das keineswegs aus politischer Korrektheit ignoriert werden darf. Es ist nicht mehr möglich, darüber hinwegzusehen“.

Die meisten europäischen Politiker suchen wirtschaftliche und soziale Lösungen, um radikale Islamisten zu befrieden. Die Realität ist aber härter. Wie ein Interviewter im Film feststellt, wollen die in Europa aufgewachsenen Vertreter der vierten Generation der islamischen Einwanderung keine europäischen Kultur- und Zivilisationswerte akzeptieren. Diese Menschen wollen aber auch nicht nach Algerien oder Marokko zurück: Sie betrachten sich als künftige Herren Europas.

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