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14 Mai 2013, 15:23

Die Welt hat Islam satt: "Annäherung der Zivilisationen gescheitert"

Die Welt hat Islam satt: "Annäherung der Zivilisationen gescheitert"

Die Ablehnung des Islams sei gegenwärtig ein Phänomen der westlichen Welt, lautet das Urteil der jüngsten sozilogischen Studien. Die Bedrohung durch die Präsenz und die Ausbreitung des Islams fühlten am eigenen Körper alle, von den USA bis Asien.

„Der Islam wird als Eroberer und Sieger nach Europa zurückkehren, nachdem man ihn zweimal vom Kontinent vertrieben hat.“ Dies Erklärung gab nach dem Tod des römischen Papstes, Johannes Paul II., einer der Anführer radikaler Islamisten ab. Er versprach, den Christen „nur die eine Wahl, den Islam anzunehmen, oder die Dschiszya (eine Abgabe, mit der die Nichtmuslime besteuert werden, um berechtigt zu sein, in einem islamischen Land zu wohnen) zu zahlen.“ Es ist offenkundig, dass eine solche Prognose, die einst fantastisch zu sein schien, sich schon heute in eine grobe Realität verwandeln kann. Laut Prognosen mancher Analysten könnte Frankreich, wo die Zahl der muslimischen weißen Franzosen bereits 50.000 Personen übersteigt, in allernächster Zukunft zum ersten islamischen Land Westeuropas werden.

Dessen sind sich auch die Europäer selbst in vollem Maße bewusst, wovon die jüngste Studie spricht, die von der Bertelsmann-Stiftung vorgenommen wurde. Soziologen stellten fest, dass die Ablehnung des Islams gegenwärtig ein Phänomen der westlichen Welt ist. Die Bedrohung durch seine Präsenz und Ausbreitung fühlten am eigenen Körper mehr als die Hälfte Spanier und Israelis sowie 42 Prozent Amerikaner. In Europa wurde der höchste „Grad“ der Zurückweisung des Islams in Spanien und der Schweiz und der niedrigste (45 Prozent) in Großbritannien festgehalten. Was das Vereinigte Königsreich anbelangt, so ist eine solche Loyalität dem Islam gegenüber in vieler Hinsicht darauf zurückzuführen, dass die Studie im Grunde genommen nur die Hälfte der Bevölkerung betraf, denn die zweite Hälfte besteht aus Immigranten und anderen ethnischen Minderheiten. In den letzten zehn Jahren haben übrigens bereits 620.000 weiße Briten London verlassen.

Es besteht die Auffassung, dass der Islam in vieler Hinsicht dank den starken Traditionen und der Gottgläubigkeit sicheren Schrittes durch die Welt schreite, vor deren Hintergrund die Europäer, die unter einer Krise der Familienwerte und dem geistigen Hunger leiden, als weitaus schwächer aussähen. Eine nicht gerade unwichtige Rolle bei der nahezu gewaltsamen Eroberung der Welt spielten auch die finanziellen Ressourcen der islamischen Gemeinde, meint Juri Tabak, Schriftsteller, Religionsforscher, Experte des Moskauer Büros für Menschenrechte:

„Im Unterschied zu anderen Religionen, vom Christentum bis zum Judaismus, stellt der Islam gegenwärtig eine expansionistische Religion dar. Und gemäß seinen theologischen sowie praktischen Vorstellungen, ist der Islam bestrebt, seinen Einflussbereich zu erweitern, wobei dies auf verschiedenen Ebenen geschieht: Sowohl auf dem Weg der Umsiedlung von Migranten als auch auf den Ebenen solcher hinreichend aggressiven Strömungen des Islams, die bestrebt sind, den Koran, ihre geheiligten Quellen in dem Sinne zu lesen, dass sie die Welt buchstäblich gewaltsam erobern und ein weltweites Kalifat errichten müssen.“

Bekanntlich ist die Straße zur Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert worden. Mehrere Jahrzehnte lang waren die EU-Länder durch Schwierigkeiten demographischen und wirtschaftlichen Charakters gezwungen, die Zuwanderung aus muslimischen Ländern zu legalisieren, ja sogar zu propagieren. Europäische Politiker hielten es für unanständig, selbst die Frage zu stellen, ob das neuzeitliche Europa und der Islam im Prinzip miteinander vereinbar seien. Sie predigten die Ideen von Toleranz und Multikulturalismus. Während Samuel Huntington in seinem Aufsehen erregenden Buch „Kampf der Kulturen?“ („The Clash of Civilizations?“) behauptete, dass Europa und der Islam zwei Antipoden, zwei einander von Anfang an feindselig gesinnte, antagonistische Zivilisationen seien, herrschte in der EU im Gegenteil die Ansicht, dass die Integration der muslimischen Diaspora in die europäische Gesellschaft zu einer Annäherung der christlichen und der islamischen Zivilisationen beitragen würde. In Wirklichkeit sieht die Sache einstweilen noch ganz anders aus.

Als Begründung solcher optimistischen Vorstellungen dienten die Beispiele, da sich gestrige Gastarbeiter oder deren Nachkommen erfolgreich in die europäische Wirklichkeit einfügten, Karriere machten und sogar zu Abgeordneten des Europaparlaments wurden. Doch handelte es sich bei den weitgehend propagierten Beispielen dieser Art um Einzelfälle, sie spiegelten das reale Bild keineswegs wider und desorientierten lediglich die Gesellschaft und auch die politische Elite Westeuropas selbst.

Allerdings vertritt Anatoli Krassikow, Politologe, Religionsforscher, Leiter des Zentrums für die Erforschung von Problemen der Religion und der Gesellschaft des Europa-Instituts der Russischen Akademie der Wissenschaften, den Standpunkt, dass die muslimische Welt, wenn sich Europa weise verhalten würde, zu einem stabilen Verbündeten und nicht zum Todfeind werden könnte:

„Der Islam als solcher ist für Europa nicht erschreckend. Etwas anderes ist, dass es im Islam viele verschiedene Strömungen gibt, dass es Scharia gibt. Und dass das Wechseln vom Islam zu einem anderen Glaubensbekenntnis mit dem Tod bestraft wird. Das Schicksal Europas, hängt davon ab, wie sich die Europäer gegenüber diesen neuen Ansiedlern auf ihren Territorien verhalten werden. Werden sie es schaffen, mit ihnen eine gemeinsame Sprache zu finden? Natürlich kann dies mit Hilfe von Repressalien nicht erreicht werden, doch bedeutet dies keineswegs, dass man sich mit dem Terrorismus abfinden kann. Aber diesen Terrorismus kann, ja muss man gemeinsam mit den Muslimen bekämpfen. Denn widrigenfalls würde die Woge des gegenseitigen Misstrauens und der gegenseitigen Feindseligkeit ansteigen, was dann mit großen ernst zu nehmenden Erschütterungen nicht nur für Europa, sondern auch für die anderen Kontinente droht.“

Die Frage, die heute viele bewegt, lautet: Wird das Wachstum der muslimischen Bevölkerung zu einer Islamisierung Europas führen? Wie bereits eingangs erwähnt wurde, bezweifeln viele islamistische Anführer das bereits nicht mehr. Doch europäische Politiker bemühen sich, das zu übersehen, und tun so, als unterschieden sich die Muslime durch nichts von den restlichen Minderheiten. Dabei kann man auf dem eingeschlagenen Wege kaineswegs das Problem zu lösen, dessen Existenz offenkundig ist. Dieser Weg führt lediglich zu einer Abkapselung der einheimischen Muslime und zum steigenden Einfluss des politischen Islams, was sich schon bald in eine reale Bedrohung der Existenz der neuzeitlichen europäischen Zivilisation verwandeln kann. Eine solche Entwicklung ist zurzeit immer noch nicht fatal unausbleiblich, und man möchte hoffen, dass Europa (genau so wie die ganze Menschheit) nicht in die Zeiten der Religionskriege zurückgeworfen wird.

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20 Februar 2014, 15:27