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7 September 2013, 10:32

Syrien: Was vermögen Russlands Seestreitkräfte?

Ракетный Крейсер Москва

STIMME RUSSLANDS Russland Flotte zieht im Mittelmeer die größten Kräfte seit den Zeiten des Zerfalls der UdSSR zusammen. Was kann das russische operative Geschwader im Falle einer Zuspitzung der Situation tun und welche Instrumente könnten die Effizienz der Marinepräsenz Russlands in den Schwerpunktgebieten des Weltmeeres erhöhen?

Die Suche nach den Möglichkeiten

Gegenwärtig ist im Mittelmeer eine Gruppierung der Seestreitkräfte Russlands zusammengezogen worden, die mehr als zehn Schiffe und eine unbekannte Anzahl von U-Booten zählt. Eine solche Anzahl von Schiffen unter russischer Flagge hält sich im Mittelmeer erstmalig seit zwei Jahrzehnten nach der Auflösung des fünften Operativen Geschwaders (des Mittelmeergeschwaders) der UdSSR im Dezember 1992 auf.

Die Zuspitzung der Syrienkrise und die durchaus reale Perspektive für den baldigen Kriegsausbruch verlangen von Russland ein rechtzeitiges Reagieren auf das Geschehen, und die Präsenz von Kampfschiffen bedeutet in diesem Fall mehr als eine „Demonstration der Flagge“ schlechthin.

Vor allen Dingen macht eine große Stückzahl von GLS, großen Landungsschiffen, auf sich aufmerksam. Gegenwärtig halten sich sieben GLS unter russischer Flagge im Mittelmeer auf, davon zwei vom Pazifik, zwei von der Ostsee und drei vom Schwarzen Meer. Einige von ihnen befinden sich schon seit längerer Zeit auf hoher See: So hat die „Alexander Schabalin“ Baltijsk noch im Dezember 2012 verlassen.

Die Anwesenheit von GLC ist auf mehrere Gründe zurückzuführen. Einer der wichtigsten davon ist, dass diese Schiffe den Kanal der Hilfe seitens Russlands an die legitime Regierung Syriens in deren Kampf gegen den Terrorismus sicherstellen. Wie eine Reihe von Informationsagenturen Russlands unlängst unter Berufung auf Quellen im Verteidigungsministerium mitteilte, wurden diese Schiffe zum Rüstungstransport eingesetzt, um eine Wiederholung des Zwischenfalls mit dem Frachtschiff „Alejed“ zu vermeiden, dessen Überfahrt nach Syrien mit Hubschraubern an Bord im Sommer 2012 gestoppt wurde.

Die zweite Aufgabe der GLC in diesem Gebiet lautet die Gewährleistung der eventuellen Evakuierung russischer Staatsbürger aus Syrien, sowohl solcher, die aus Russland dorthin abkommandiert worden sind, als auch solcher, die ihren ständigen Wohnsitz in diesem Lande haben, falls es erforderlich werden sollte.

Beobachtung und nicht nur das allein?

Jedoch sind die Aufgaben der Flotte mit einer eventuellen Evakuierung nicht erschöpft, und die Präsenz von Kampfschiffen der Seestreitkräfte Russlands im Mittelmeer ist eine Bekräftigung dessen. In den nächsten Tagen soll der Raketenkreuzer „Moskwa“, der zuvor Aufgaben im Atlantischen und im Stillen Ozean zu erfüllen und Kuba und Nikaragua Besuche abzustatten hatte, im östlichen Mittelmeerraum eintreffen. Dieses Schiff soll dank seinem leistungsstarken Funkmesskomplex und seinen weit reichenden Luftabwehrmitteln zum Kernstück des Flottenverbandes werden. Die durch die „Moskwa“ verstärkte Gruppierung wird bereits im Falle des Kriegsbeginns eine Reihe von wesentlichen Aufgaben lösen können.

Erstens gestatten es die Möglichkeiten des Kreuzers, durch Ausrüstungen der Aufklärungsschiffe untermauert, ein vollständiges und glaubwürdiges Bild vom Geschehen zu beziehen und den gesamten östlichen Mittelmeerraum durch das eigene Funkmessfeld abzudecken. Und zweitens… Das „Zweitens“ ergibt sich daraus, welche Aufgaben die Führung des Landes und der Streitkräfte der Flotte stellen wird. Letzten Endes können die Informationen über die entdeckten amerikanischen Marschflugkörper, sollten die USA mit dem Beschießen Syriens beginnen, nicht nur an Moskau, sondern auch an Damaskus übermittelt werden und dadurch das Entdecken und das Abfangen der Raketen durch die syrische Luftverteidigung erleichtern.

Bei allen Möglichkeiten der russischen Schiffe verfügt die Gruppierung insgesamt über ein recht beschränktes Potential. Vor allen Dingen gilt das für die Flugzeug- und die Amphibienfahrzeugkomponente. Die russischen GLC, die in diesem Fall als Transporter eingesetzt werden, stellen keine Alternative für vollwertige universelle Landungsschiffe dar, die imstande sind, eine Dauerpräsenz einer Gruppierung der Marineinfanterie mit Luftunterstützung auf dem Kriegsschauplatz zu ermöglichen. Das Vorhandensein von einem bis zwei ULS vom Typ „Mistral“ im Mittelmeerraum hätte die Gruppierung qualitativ verstärken können, doch das Nullschiff dieser Serie, die „Wladiwostok“, wird erst in Saint-Nazaire gebaut.

Eine noch effizientere Unterstützung hätte den Kräften der Flotte ein Flugzeugträger erweisen können, doch das einzige Schiff diesen Typs im Bestand der Seestreitkräfte Russlands wird erst im Dezember 2013 in das Mittelmeer stechen, während die Notwendigkeit des Baus seiner Nachfolger erst diskutiert wird.

Die Meinung des Autors stimmt nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.

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