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29 Oktober 2013, 13:41

Wie Russland auf US-Raketenschirm in Rumänien reagiert

Wie Russland auf US-Raketenschirm in Rumänien reagiert

STIMME RUSSLANDS Trotz aller russischen Einwände beginnen die USA und die Nato mit der Errichtung einer Raketenabwehranlage in Rumänien. Die russische Presse kritisiert am Dienstag Amerikas Argumente und beschäftigt sich mit möglichen Gegenmaßnahmen.

Konfrontation trotz Lächeln

Die russische Tageszeitung „Komsomolskaja Prawda“ schrieb am Dienstag: „Bei der jüngsten Tagung des Nato-Russland-Rates mahnte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu abermals, der weitere Aufbau der US-Raketenabwehr in Europa sei ein Konfrontations-Schritt und löse in Moskau Besorgnis aus. Seine Opponenten demonstrierten zwar lächelnd Verständnis – doch gestern begannen auf dem rumänischen Militärstützpunkt Deveselu mit viel Pomp die Vorbereitungen für die Errichtung einer US-Raketenabwehranlage.“

Das Blatt kommentierte weiter, all dies zwinge Russland möglicherweise zu Gegenmaßnahmen, und zwar dazu, Kurzstreckenraketen des Typs Iskander in Weißrussland und in der russischen Ostsee-Exklave Kaliningrad zu stationieren, um die amerikanischen Raketenabwehr-Anlagen ins Visier zu nehmen.

„Keine stichhaltigen Argumente“

Die „Rossijskaja Gaseta“ schrieb, das voranschreitende Raketenabwehr-Projekt könne die Beziehungen zwischen Moskau und Washington deutlich beeinträchtigen: „Denn dieses Thema ist ohnehin ein Stein des Anstoßes. Bislang beschränkte sich alles allerdings auf Diskussionen. Nun beginnt die US-Regierung mit praktischen Maßnahmen. Dabei versuchen die USA und die Nato ohne stichhaltige Argumente weiter, Russland davon zu überzeugen, dass sich der Raketenschirm in Europa nicht gegen Russland richte.“

Der Kommentar lautete weiter: „Der Raketenschirm soll Amerikas Stützpunkte und Verbündete vor Raketenangriffen durch so genannte Schurkenstaaten schürzen. Experten sind aber darüber erstaunt, dass die US-Raketenabwehranlagen für diese Zwecke in Europa stationiert werden. Denn ein Zusammenhang zwischen dem Projekt in Rumänien und Gefahren etwa aus dem Iran und Nordkorea lässt sich nur schwer verfolgen.“

Vertrauen doch möglich

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte, die Regierung in Moskau sei zwar zu einem Kompromiss und einem „konstruktiven Dialog“ mit den USA in Sachen Raketenabwehr bereit. Es sei dem Kreml aber nicht recht, dass Amerika seine Raketenabwehrpläne nicht korrigieren wolle. Auch Verteidigungsminister Schoigu stellte fest, eine Zusammenarbeit mit der Nato in diesem Bereich bleibe aus. Der Experte Alexej Arbatow vom Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen der Russischen Akademie der Wissenschaften kommentierte im Gespräch mit dem Sender Kommersant FM: „Im strategischen Bereich bestehen zwischen Russland und den USA die Beziehungen der nuklearen Abschreckung. Keines der beiden Länder will darauf verzichten. Zwischen Ländern mit solchen Beziehungen ist keine gemeinsame Raketenabwehr möglich.“

Die Atomarsenale Russlands und der USA seien die größten weltweit und deshalb gegeneinander gerichtet, so Arbatow weiter: „Man darf nicht so tun, als ob das nicht stimmt. Eine gemeinsame Raketenabwehr wäre deshalb absurd. Man kann aber das Vertrauen ausbauen, und zwar durch Verhandlungen über die Atomabrüstung und die Reduzierung weiterer Waffen. Russland ist insbesondere besorgt über Amerikas strategische konventionelle Präzisionswaffen, denn die USA sind in diesem Bereich nach wie vor überlegen.“

 

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