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12 November 2013, 22:57

Saudis schicken Söldner nach Syrien

Saudis schicken Söldner nach Syrien

STIMME RUSSLANDS Weil US-geführte Militärschläge gegen Syrien ausbleiben, wollen die Scheichs in Riad jetzt eine eigene Interventionstruppe schicken. Bis zu 50.000 Mann sollen dafür in Pakistan ausgebildet werden, heißt es in amerikanischen Medien.

Saudi-Arabien plant einem Bericht der „Carnegie Stiftung für Internationalen Frieden“ (Carnegie Endowment For International Peace) in Washington zufolge den Aufbau eines Söldnerheers, um in Syrien Präsident Baschar al-Assad zu stürzen und den Einfluß des Irans zurückzudrängen. Die Truppe soll in Zusammenarbeit mit Pakistan aufgebaut und dort auch ausgebildet werden. Das geht aus einem Bericht des Politikwissenschaftlers Yezid Sayigh für den einflussreichen US-amerikanischen Think-Tank hervor. Seine Informationen sollen direkt aus dem saudischen Könighaus in Riad stammen.

Die Interventionstruppe, die der saudische König Abdullah für seinen privaten Syrien-Feldzug ausheben will, soll 40.000 bis 50.000 Mann umfassen, heißt es in dem Report weiter. „Mehrere Milliarden Dollar“ sollen dafür bereitgestellt werden. Hintergrund des saudischen Alleingangs sei ein massives Zerwürfnis mit den USA, weil die nach den Giftgaseinsätzen, für die wiederum die syrische Armee verantwortlich gemacht wird, nun doch keine Militärschläge führen wollen.

Ähnliches hat der Nahostexperte David Kenner in der der renommierten US-Zeitschrift „Foreign Policy“ geschrieben. Riad stütze sich in seinem Kampf gegen Syrien auf Jordanien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Und auch Frankreich soll dem Netzwerk angehören. Der Zufall wollte es, dass die Außenminister der drei arabischen Länder Mitte September gleichzeitig zu Besuch in Paris bei Präsident François Hollande waren. Die französiche Armee wiederum hat eine Militärbasis in den Emiraten. Unklar ist aber, ob der Elysée-Palast in das Vorhaben eingeweiht wurde.

Hintergrund des Plans soll ein „massives Zerwürfnis“ mit den USA sein, weil die von militärischen Angriffen auf Syrien nach dem Einsatz von Giftgas abgesehen haben. Für den machen Riad wie Washington Assads Truppen verantwortlich, gleichwohl blies US-Präsident Barack Obama die Angriffe im letzten Moment ab und ging auf einen russischen Vermittlungsvorschlag ein, der die Vernichtung des syrischen Chemiewaffenarsenals vorsieht.

US-Außenminister John Kerry war in der vergangenen Woche eigens nach Riad gereist, um „die Wogen zu glätten“, wie es in Medienberichten in Deutschland hieß. Das sei ihm jedoch nur teilweise gelungen. Die USA und Saudi-Arabien verfolgten in Syrien zwar ähnliche Ziele, sagte Riads Außenamtschef Prinz al-Faisal auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem US-Kollegen. Es gebe jedoch einige „taktische Differenzen“ in der Frage, was der beste Weg wäre, um die Kämpfe zu beenden und eine Übergangszeit einzuläuten. Kerry erklärte wiederum bei einem Treffen mit Mitarbeitern der US-Botschaft in Riad, die amerikanisch-saudischen Beziehungen müssten wieder „auf den richtigen Weg gebracht werden“.

Für die Aufstellung einer eigenen Söldnertruppe gegen Syrien sollen laut Carnegie-Autor Sayigh drei Prinzen des saudischen Königshauses verantwortlich sein: der altgediente Außenminister Prinz Saud Al-Faisal, der stellvertretende Verteidigungsminister Prinz Salman bin Sultan und der berüchtigte Geheimdienstchef Prinz Bandar bin Sultan. Letzterer hat eigentlich beste Beziehungen zum Washingtoner Establishment. In der Ära von US-Präsident George W. Bush ging er im Weißen Haus ein und aus – er führte den Spitznamen „Bandar Bush“.

Die österreichische Zeitung "Die Presse" urteilt über den nun bekannt gewordenen mutmaßlichen Coup: „Wenn dieser Bericht wahr ist, könnte er im syrischen Bürgerkrieg, ja in der gesamten nahöstlichen Region wie eine Bombe einschlagen.“ Noch schweigen in Deutschland die Mainstreammedien zum saudischen Sturm auf Damaskus. Die Scheichs wollen in der BRD fünf U-Boote kaufen. Anschaffungspreis: 2,5 Milliarden Euro. Langfristig soll der Erwerb von bis zu 25 U-Booten geplant sein. Nach Informationen der "Bild am Sonntag" hat das Bundeskanzleramt im Sommer in einem Brief an das Königshaus eine rasche, wohlwollende Prüfung signalisiert, sobald die neue Bundesregierung feststeht.

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