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6 März 2014, 14:38

Krim und Kosovo – wo liegt der Unterschied?

Krim und Kosovo – wo liegt der Unterschied?

STIMME RUSSLANDS Die Krim und das Kosovo haben zwar viele Gemeinsamkeiten, darunter einen Autonomie-Status, ausländische Militärbasen und den Wunsch der meisten Einwohner, unabhängig zu werden. Es gibt aber auch einen wichtigen Unterschied.

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In den letzten Tagen vergleichen viele die Geschehnisse auf der Krim mit der Nato-Aggression gegen Jugoslawien im Jahr 1999. Dabei werden diese Geschehnisse unterschiedlich interpretiert. Der frühere US-Botschafter in Moskau, Michail McFaul, hat in einem CNN-Interview das russische Vorgehen als inakzeptables militärisches Eingreifen gebrandmarkt und behauptet, die Krim dürfe nicht mit dem Kosovo verglichen werden: „Serbien hat damals die Kosovaren bedroht. Die Ukraine bedroht niemanden.“

Doch wie kann ein Staat einen Teil seines eigenen Territoriums bedrohen? Im autonomen Gebiet Kosovo leben Serben, Albaner, Türken und andere. Es gibt einfach keine Volksgruppe „Kosovaren“. Wen haben die USA dann verteidigt? Im Kosovo leben keine Amerikaner. Auf der Krim gibt es dagegen 1,5 Millionen Russen. Das ist ein großer Unterschied.

Manche westlichen Medien ziehen Parallelen zwischen dem damaligen Jugoslawien und dem gegenwärtigen Russland. Ian Traynor schrieb in einem Beitrag für den „Guardian“: „Die Taktik und die Methoden, die von Milosevic während der Kriege im ehemaligen Jugoslawien und im Kosovo verwendet wurden, sind hier offensichtlich. Wenn Putin ein neuer Milosevic werden will, wird der Westen eine neue Spaltung in Europa beobachten.“

Slobodan Milosevic wollte das Beste, aber es kam wie immer. Er war nicht in der Lage, sich gegen die Nato-Osterweiterung zu wehren. Im Zuge dieser Osterweiterung nahmen die USA das serbische Autonomiegebiet Kosovo und Methochien ins Visier, um einen strategischen Stützpunkt dort einzurichten. Für diese Zwecke instrumentalisierten die Amerikaner die sogenannte Befreiungsarmee des Kosovo (UÇK), obwohl diese auf dem US-Index terroristischer Organisationen stand.

Der Anti-Terror-Einsatz serbischer Spezialkräfte gegen die UÇK im Dorf Račak im Januar 1999 wurde als Anlass genutzt, um Luftangriffe gegen Jugoslawien ohne UN-Zustimmung zu starten. Westliche Medien schildeten den Einsatz in Račak als Massenmord an Zivilisten und riefen die USA dazu auf, unschuldige Menschen zu schützen. Zehn Jahre später räumte die finnische Gerichtsmedizinerin Helena Ranta in ihrer Autobiographie ein, ihr damaliger Bericht über die Geschehnisse in Račak sei unter Druck des OSZE-Missionschefs im Kosovo, William Walker, und des finnischen Außenministeriums geschrieben worden. In Wirklichkeit habe es sich bei den Toten nicht um Zivilisten, sondern um albanische Terroristen gehandelt, so Ranta.

Nach dem Nato-Einmarsch ins Kosovo richteten die USA dort ihre Militärbasis Camp Bondsteel ein. Das ist der zweitgrößte US-Stützpunkt in Europa. Er ermöglicht den Amerikanern, die Gebiete am Schwarzen und am Mittelmeer zu kontrollieren, aber auch die Wege in den Nahen Osten und nach Nordafrika sowie den Energietransit aus Zentralasien und der Kaspischen Region. Dieser Stützpunkt in Serbien ist für die Amerikaner auch finanziell sehr günstig, denn sie zahlen keine Pacht.

Im Gegensatz zu den Amerikanern im Kosovo bezahlt Russland für seinen Stützpunkt auf der Krim 100 Millionen US-Dollar jährlich. Die russische Schwarzmeerflotte befindet sich dort seit 230 Jahren. „Die Schwarzmeerflotte ist nicht obdachlos. Sewastopol ist ihr Heim und Herd“, betonte der russische Vizepremier Dmitri Rogosin. Vor 60 Jahren war die Krim noch Teil der Sowjetrepublik Russland gewesen. Die USA besetzten dagegen durch Aggression einen Teil des serbischen Territoriums und tun alles, um dort einen Marionettenstaat zu gründen.

Dank seiner historischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen mit der Ukraine ist Russland völlig dazu berechtigt, sich einzumischen, um seine Menschen zu schützen. Und was tun die USA auf dem serbischen Territorium?

 

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