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13 März 2014, 12:17

Mehr russische Kampfjets: Lukaschenkos Antwort an die Nato

Mehr russische Kampfjets: Lukaschenkos Antwort an die Nato

STIMME RUSSLANDS Um auf die zunehmenden Nato-Aktivitäten an seiner Grenze zu reagieren, will Weißrussland mehr russische Kampfjets auf seinen Flugplätzen stationieren. Laut Präsident Lukaschenko dürfen die Weißrussen „nicht still wie Mäuse“ sitzen.

Ausbau der Luftabwehr

Der weißrussische Luftwaffen- und Luftabwehrchef Oleg Dwigalew sagte, es gehe um eine „Aufstockung der diensthabenden Luftabwehr-Kräfte“ im Rahmen der gemeinsamen Luftabwehr Russlands und Weißrusslands. „In Abstimmung mit Russland wurde eine Verlegung russischer Jagdflugzeuge auf unsere Flugplätze beschlossen“, teilte Dwigalew mit, wie die russische Agentur Ria Novosti meldete.

Die weißrussischen Flugplätze seien bereit, mehr Maschinen aus Russland aufzunehmen. Russische Kampfjets seien seit Dezember 2013 in Weißrussland präsent, die diensthabenden Staffeln seien inzwischen zweimal rotationsmäßig gewechselt worden, so Dwigalew.

Im vergangenen Jahr hatten die Regierungen in Minsk und Moskau erklärt, die längst beschlossene gemeinsame Luftabwehr bedürfe auch gemeinsamer Kampfjet-Missionen. Am 10. Dezember absolvierten russische Su-27-Jäger ihren ersten gemeinsamen Einsatz mit weißrussischen Jagdflugzeugen.

„Wir reagieren verhältnismäßig“

Dass die Zahl russischer Kampfjets nun zunehmen soll, ist eine Entscheidung des weißrussischen Staatschefs Alexander Lukaschenko. Er sagte am Mittwoch in einer Sitzung des weißrussischen Sicherheitsrates: „Weißrussland wird Russland im Hinblick auf die Nato-Aktivitäten vorschlagen, bis zu 15 Kampfjets in Weißrussland zusätzlich zu stationieren.“

„Die Nato hat gemeinsam mit den Amerikanern beschlossen, ihre Luftwaffen-Einheiten nahe unserer Grenze aufzustocken. Sie haben ein halbes Dutzend Kampfjets nach Litauen verlegt. Sollten wir etwa tatenlos zusehen? Wir reagieren verhältnismäßig (…) Wir dürfen nicht still wie Mäuse sitzen“, so Lukaschenko.

Der weißrussische Verteidigungsminister Juri Schadobin berichtete nach der Sitzung ausführlicher über die Nato-Aktivitäten. Die Nato habe die Zahl ihrer Kampfjets in Litauen auf insgesamt zehn erhöht. Zwölf weitere Nato-Kampfjets sollen laut Schadobin in Polen eintreffen, um Übungen dort zu absolvieren. Die als Gegenmaßnahme gedachte Verlegung russischer Kampfjets nach Weißrussland werde „in nächster Zeit“ erfolgen, so der Verteidigungsminister.

Nato-Luftaufklärer auf Mission

Kurz zuvor hatten die Nato-Länder außerdem beschlossen, AWACS-Radarflugzeuge über Polen und Rumänien auf Mission zu schicken. Das Ziel bestehe darin, die „Situation in der Ukraine im Zusammenhang mit den Ereignissen auf der Krim“ zu beobachten, hieß es. Die Flüge fänden dabei lediglich über Nato-Ländern statt.

Die „Rossijskaja Gaseta“ zitierte den russischen Militärexperten Alexander Chramtschichin mit den Worten: „Diese Nato-Flugzeuge beobachten den Luftraum in Echtzeit. Aus meiner Sicht besteht da keine große Gefahr. Der Hintergrund dieser Manöver ist vor allem psychologisch. Es geht unter anderem darum, Osteuropa und die baltischen Staaten zu beruhigen.“

Die Zeitung schrieb allerdings unter Berufung auf eine „informierte Quelle im russischen Verteidigungsministerium“, die AWACS-Flugzeuge nahe der russischen Grenze seien nicht nur zu Beobachtungen fähig, sondern bei Bedarf auch dazu, als fliegende Kommandozentrale zum Einsatz zu kommen. Diese Kommandozentrale könne gegnerische Radare radioelektronisch stören. Die AWACS-Modifikation E3 sei insbesondere im Kampf gegen Kriegsschiffe effizient.

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