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19 März 2014, 22:21

Brutale Gewalt gegen Pressefreiheit in der Ukraine: Doch deutsche Medien schweigen

Brutale Gewalt gegen Pressefreiheit in der Ukraine: Doch deutsche Medien schweigen

STIMME RUSSLANDS Die Schlagzeilen westlicher Medien zur Demontage Wladimir Putins überschlagen sich: USA drohen Russland mit Vergeltung - Merkel warnt Russland – USA werfen Putin Landraub vor - usw. Und während die Drohgebärden der USA und Europas gegen Russland von den Journalisten in allen Einzelheiten genüsslich skandalisiert werden, vernimmt man kaum etwas über einen beispiellos brutalen Vorfall, der sich gestern bei den Medienkollegen in Kiew zugetragen hat.

So drangen Abgeordnete der rechtsextremen Freiheitspartei Swoboda in die Räume des staatlichen Fernsehsenders NTKU und gingen gewaltsam gegen den Direktor Alexander Pentelejmonow vor, den sie körperlich angriffen, ihn schlugen und den Mann schließlich zum Rücktritt zwangen. Er musste unter weiterer Gewaltandrohung sein eigenes Gesuch unterschreiben. Danach, so heißt es, sei der Mann an einen unbekannten Ort gebracht worden. Zum Glück filmten die brutalen Abgeordneten diesen beispiellosen Vorgang selbst und stellten ihn ins Internet, und so kann sich jedermann sein eigenes Bild darüber machen, was in der Ukraine derzeit alles unter dem Begriff „Freiheit“ geschieht. Hier findet man das Video.

Und? Wo bleiben jetzt die internationalen Rufe nach Presse-und Meinungsfreiheit? Wo ist der Protest empörter Medienkollegen? Immerhin ist dieser Vorgang ein grober Eingriff in die freiheitlichen Rechte eines Staates, der Ukraine, die derzeit doch im Fokus der ganzen Welt steht. Wo sind die erzürnten Politiker, die nun ihre Sorgen über derartig schwere demokratische Verletzungen in Kameras und Mikrofone hineinformulieren? Nichts! Totenstille! Finden wir derzeit überhaupt Berichte über diese unglaubliche Provokation, etwa auf den Internetseiten deutschsprachiger Mainstream-Medien? Jeder Leser möge sich selbst überzeugen, indem er nur einmal den Namen des ukrainischen Fernsehdirektors bei Google eingibt und mit der Suche beginnt: Alexander Pentelejmonow.

Der Umbruch in der Ukraine wurde vor allem getragen durch nationalistische Paramilitärs des Rechten Sektors. Es sind dieselben Leute, die den TV-Sender gestern überfielen. Ausgerüstet mit Nazi-Symbolen, protestierten sie wochenlang auf dem Maidan gegen die ukrainische Regierung und stürzten schließlich den Präsidenten. Die Rechten sehen sich heute als die wahren Verteidiger des Maidan. Und der Umsturz war nichts anderes als ein klassischer Putsch, an dem sich auch Deutschland durch seine Unterstützung beteiligt hatte. Mit der gewaltsamen Entfernung des ukrainischen Fernsehdirektors gestern und dessen möglicher Entführung wurde ein weiterer tragischer Schritt getan in Richtung Destabilisierung der Ukraine und auch Russlands.

Der ehemalige ARD-Korrespondent Peter Scholl-Latour brachte es jüngst in einem Interview auf den Punkt, als er wörtlich sagte: „Die Tatsache, dass führende Politiker des Westens der Swoboda-Partei einen Heiligenschein ausstellten, obwohl die sich nachträglich auf jene ukrainischen Partisanentruppen beruft, die während des Zweiten Weltkrieges brutal gegen Russen, Polen und Juden vorgingen und nur gelegentlich gegen die deutsche Besatzung kämpften, zeigt, dass der westlichen Politik jegliches historische Gespür abhanden gekommen ist.“

Russlands Präsident Putin machte in seiner gestrigen Rede klar, wie wichtig ihm auch das Wohl der Menschen in der Ukraine ist. Als Brüder und Schwestern bezeichnete er sie, als der russischen Seele zugehörig. Wer seine Ansprache gesehen hat, konnte spüren, dass es ihm ernst ist.

Die westlichen Journalisten erklären Wladimir Putin derzeit nahezu unisono zum Aggressor. Sie beschuldigen ihn permanent, einen neuen kalten Krieg anzetteln und in die Ukraine einmarschieren zu wollen. Sie ignorieren dabei, dass es der Westen war, der keine Ruhe gab, und dessen eigener Blick in Wirklichkeit immer noch beharrlich auf die Ukraine fixiert ist.

Über den gestrigen Skandal im ukrainischen Fernsehsender schweigen sich die Massenmedien eisern aus. Wer das noch als sachliche Berichterstattung bezeichnen möchte, der hat keine Ahnung von journalistischem Ethos und wahrheitsgemäßen Recherchen. Und da ganz offensichtlich kein Verlass mehr ist auf die Überzahl unserer hochbezahlten Redakteure und Medienvertreter, so ist jetzt jeder Bürger aufgerufen, sich selbst einen Überblick über die Lage zu verschaffen. Er muss lernen, zu hinterfragen und zu prüfen, und nicht alles gedankenlos aufzunehmen, was ihm dargeboten wird.

Die öffentliche Berichterstattung unserer Massenmedien darf nicht mehr ohne weiteres hingenommen werden, denn sie ist weder neutral noch gerecht. Vom Kalten Krieg schreiben die Kollegen gerne, und sie scheinen recht zu haben: Es ist tatsächlich ein Kalter Krieg: der Worte. Sie sollten aufpassen, dass sie selbst nicht bald schon die wahren Opfer werden, wenn der Krieg um die Wahrheit erst richtig entbrannt ist!

 

Die Meinung des Autors stimmt nicht unbedingt mit der Haltung der Redaktion überein.

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