Die Redaktion der STIMME RUSSLANDS hat sich mit dem Team von RIA Novosti vereinigt und gemeinsam ein modernes Markenzeichen des 21. Jahrhunderts – SPUTNIK – gegründet. Wir setzen unseren digitalen Informationsdienst fort und werden auch weiter den hohen journalistischen Standards folgen. Besuchen Sie unsere neue Webseite!
7 April 2014, 20:56

Russland könnte Gas gegen Rubel verkaufen

Russland könnte Gas gegen Rubel verkaufen

STIMME RUSSLANDS Russisches Gas gegen Rubel! Der Gaskonzern Gazprom könnte das Rechnungsverfahren mit den ausländischen Partnern ändern. Gas kann nun gegen Rubel bzw. nationale Währung des Käuferlandes und nicht gegen US-Dollar verkauft werden.

Experten halten diese Entscheidung für strategisch richtig, doch die Umsetzung dieser Pläne könne mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Bis dahin können Rechnungen nach den laufenden Verträgen auch in US-Dollar erfolgen, aber künftige Verträge sollen schon nach dem neuen Verfahren abgeschlossen werden. Dmitri Alexandrow, Leiter der analytischen Abteilung der Investitionsgruppe „Univer Capital“, äußert sich dazu folgendermaßen:

„Die Idee ist vernünftig. Sie muss umgesetzt werden. Dieser Schritt ist durchaus erfüllbar, hier muss man in mehrere Richtungen gehen. Alle neuen Verträge sollen Rechnungen entweder in Rubel oder in zwei nationalen Währungen vorsehen. Bei China kann es sich um Yuan handeln. Für die Länder der Euro-Zone können Rechnungen in Euro gelten. Was die laufenden Verträge betrifft, muss man Verhandlungen über eventuelle zusätzliche Abkommen führen.“

Gegenwärtig bieten alle Gasverträge Rechnungen in US-Dollar. Der Umstieg auf das neue Verfahren ohne amerikanische Währung kann mehrere Jahre in Anspruch nehmen und Änderungen nicht nur in den Gazprom-Verträgen, sondern auch in der Geldpolitik der Zentralbank fordern. Dabei handelt es sich nicht um einen vollständigen Verzicht auf den US-Dollar, die amerikanische Währung kann parallel zum russischen Rubel verwendet werden. Allerdings kann der Dollar durch den Euro ersetzt werden. Der Konzern Gazprom Neft zum Beispiel diskutiert über einen Übergang vom Dollar auf den Euro und 95 Prozent der Kunden dieses Unternehmens stimmen zu, sagt Dmitri Absalow, Vize-Präsident des Zentrums für politische Konjunktur.

„Es ist darauf hinzuweisen, dass ein Großteil der Energieträger in die EU-Länder geliefert wird, langfristig geht es um Lieferungen nach Südostasien, und zwar nach China. Zudem wird Flüssigerdgas auch nach Japan geliefert. Die russischen Kohlenwasserstoffe werden aber nicht in die USA geliefert, deshalb befinden sich die meisten Partner entweder in der Euro-Zone, wie die EU, oder das sind China oder Japan, die auf den US-Dollar nicht so angewiesen sind. Mit Japan könnten Rechnungen im Yen erfolgen.“

Das Weglassen des US-Dollar in solchen großen Verträgen kann die amerikanische Währung abschwächen. Für andere Währungen, die bei den Rechnungen eingesetzt werden können, werde es hingegen zunehmend besser aussehen, meint Dmitri Absalow.

„Dies wird zur Vergrößerung der Euro- oder Rubelreserven führen. Diese Währungen werden bei der Bezahlung zum Einsatz kommen. Darüber hinaus wird das zur Revidierung der Preise und der Preisbildung führen. Jetzt ist die Preisbildung an den Preis von Ölgemisch gebunden und wird nicht in Dollar, sondern in Rubel nominiert werden. Das soll die russische Währung unter den Partnerländern aufwerten.“

Gazprom ist nicht das einzige staatliche Unternehmen, das bereit ist, auf Rechnungen in Rubel umzusteigen. Auch der größte russische Ölkonzern Rosneft und das Militärunternehmen Rosoboronexport haben ähnliche Absichten. Zusammen mit Gazprom machen sie 44 Prozent des gesamten Warenexports von Russland aus.

  •  
    teilen im: