Die Redaktion der STIMME RUSSLANDS hat sich mit dem Team von RIA Novosti vereinigt und gemeinsam ein modernes Markenzeichen des 21. Jahrhunderts – SPUTNIK – gegründet. Wir setzen unseren digitalen Informationsdienst fort und werden auch weiter den hohen journalistischen Standards folgen. Besuchen Sie unsere neue Webseite!
29 Mai 2014, 16:02

Russland und China haben Boom von Erdgasleitungen in Asien provoziert

Russland und China haben Boom von Erdgasleitungen in Asien provoziert

STIMME RUSSLANDS Pakistan und Japan setzen auf Erdgasleitungen, um ihre energetische Sicherheit vor dem Hintergrund eines sehr umfangreichen Vertrages zwischen Russland und China zu gewährleisten. Islamabad plant die Verlegung von gleichzeitig drei Erdgasleitungen, darunter auch aus Russland. In Tokio beabsichtigt man das Projekt der Verlegung einer Erdgasleitung von der russischen Insel Sachalin nach Japan.

Pakistan wird das Projekt der Friedenspipeline aus Iran beenden, teilten am Mittwoch pakistanische Massenmedien mit. Die Leitung soll im Dezember 2015 in Betrieb genommen werden.

Der Minister für die Wasserressourcen und die Energiewirtschaft Pakistans, Hawadsh Muhammad Assif, schlug Russland vor einigen Tagen bei den Verhandlungen in Moskau vor, eine Erdgasleitung nach Pakistan zu verlegen. Seine Behörde bringt auch das Projekt der Verlegung einer Erdgasleitung aus Turkmenien nach Pakistan über Afghanistan (TAPI) aktiv voran. Man setzt sowohl im ersten als auch im zweiten Projekt die Beteiligung der indischen Seite voraus. Pakistan ist am Erdgastransit nach Indien kommerziell interessiert. Gerade dieser Aspekt wurde eines der Hindernisse für den Beginn der Realisierung des Projektes TAPI.

Indien trat seinerzeit wegen der Spannung mit Pakistan aus dem Projekt der Friedenspipeline aus. Dadurch blieb es wegen der Unfähigkeit Pakistans, das Projekt selbständig zu finanzieren, in der Luft hängen.

„Pakistan und Indien haben jetzt die Möglichkeit, politische Hindernisse in der Zusammenarbeit im Erdgasbereich zu beseitigen“, meint die Expertin des Instituts für die Orientalistik, Tatjana Schaumjan.

„Solche Projekte brauchen bestimmte Änderungen in den zwischenstaatlichen Beziehungen. Jetzt zeichnen sich Änderungen in den indisch-pakistanischen Beziehungen ab. Sie sind mit der Ankunft des Regierungschefs Pakistans, Nawas Scharif, zur Amtseinführung des Ministerpräsidenten Indiens, Narendra Modi, verbunden. Ihr Treffen kann ein gutes Zeichen für mögliche Verhandlungen und die Suche nach irgendwelchen Wegen und für bestimmte Garantien für die gemeinsame Verlegung und Nutzung von Erdgasleitungen sein.“

Die Politiker können helfen, auch die Probleme der energetischen Sicherheit Japans zu lösen. Eine Gruppe von 33 Abgeordneten im japanischen Parlament trat für die Verlegung einer Erdgasleitung zwischen der russischen Insel Sachalin und der nordöstlichen japanischen Präfektur Ibaraki ein.

Der Experte des Instituts für den Fernen Osten, Valeri Kistanow, sagte, dass der jüngste Erdgasvertrag zwischen China und Russland in Höhe von 400 Milliarden Dollar für 30 Jahre auch für Japan zu einem Antrieb wurde. In Tokio sah man die zunehmende Rolle Russlands als Lieferant von Energieressourcen nach Asien.

„Japan ist gezwungen dieses Projekt zu reanimieren. Diese Parlamentarier sind Lobbyisten jener Geschäftskreise Japans, die für die Verstärkung der Zusammenarbeit mit Russland im energetischen Bereich eintreten. Der chinesische Faktor ist natürlich offensichtlich. Er ist wahrscheinlich der Hauptfaktor. Japan will nicht, dass China bei der Zusammenarbeit mit Russland im Fernen Osten dominiert. Um so mehr als China und Japan in der ganzen Welt – in Afrika, Lateinamerika – um das Erdöl und das Erdgas konkurrieren. Und hier befindet sich das russische Erdgas in der Nähe.“

Japanische Parlamentarier lobbyieren die Verlegung der Erdgasleitung aus Russland ungeachtet dessen, dass Japan die Sanktionen der USA und der EU gegen Russland im Zusammenhang mit seiner Position zur Ukraine unterstützt. Tokio fror unter dem Druck seiner G7-Partner seine technologische Zusammenarbeit mit Russland ein und verringerte die Verträge im nuklearen Bereich. Man gibt jetzt Japan die Chance, die Wahl zu treffen – entweder diese kurzsichtige Politik fortzusetzen oder die Politik beiseite zu legen und sich mit der realen Wirtschaft zu befassen. Wenn Japan das russische Erdgas direkt über die Rohrleitung kaufen wird, dann wird das spürbar billiger als der Transport des Flüssigerdgases mit Tankschiffen sein.

  •  
    teilen im: