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23 Juli 2014, 13:58

Die Nato als linke Hand der USA

Die Nato als linke Hand der USA

STIMME RUSSLANDS Die USA verfolgen immer ihre eigenen Ziele – darunter auch als Nato-Mitglied. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sich Washington über Europas Schwäche im Klaren und präsentierte sich als Retter. Daraus resultierte das Nordatlantische Bündnis. Doch angesichts der US-Interessen spielte die Nato nicht für alle Mitgliedstaaten eine positive Rolle.

Nach den Terror-Attacken am 11. September 2001 nahmen die USA ein neues Ziel ins Visier: Präsident George W. Bush erklärte dem internationalen Terrorismus den Krieg. Mit Zustimmung der Vereinten Nationen drangen die Amerikaner in Afghanistan ein, um die Taliban und Al-Qaida zu bekämpfen. Bis heute sind Nato-Soldaten am Hindukusch im Einsatz.

Die Geschichte zeigt deutlich: Die Nato war nie ein selbständiger Akteur. Die USA spielen in der Allianz eine führende Rolle. Experte Alexander Michailow, Mitglied der russischen Nichtregierungsorganisation „Beirat für Außen- und Verteidigungspolitik“, sagt, Amerika instrumentalisiere die Nato, um seine nationalen Interessen wahrzunehmen:

„Die Nato ist ein gewisser Vasall der USA. Sie stimmt allen Vorschlägen und Unterfangen der Amerikaner widerspruchslos zu und nimmt an all diesen blutigen Militäreinsätzen teil. Alle Geschehnisse in Afghanistan sind derzeit ein Beleg für Amerikas Unfähigkeit, etwas Positives zu tun. Während ihrer Präsenz in Afghanistan haben die USA und die Nato nichts geschaffen, dafür aber alles zerstört, darunter auch die Wirtschaft. Die dortige Bevölkerung ist mittlerweile gegen die USA aufgebracht. Es bestehen alle Voraussetzungen dafür, dass nach dem Abzug der Amerikaner sofort die Taliban kommen, um alle proamerikanischen Staatsbeamten einschließlich des Präsidenten niederzumetzeln.“

Washington fand auch Vorwände für Militäreinsätze in anderen Regionen. Jewgenia Woiko, Expertin der Finanzuniversität bei der russischen Regierung, kommentiert im Hinblick auf die US-Invasion im Irak:

„Zweifelsohne ging es nicht um die Verhinderung einer Chemiewaffen-Attacke, sondern um eine Umverteilung der Einflussbereiche – vor allem in Bezug auf die irakischen Ölfelder. Nun sehen wir, dass Großbritannien und die USA dort mittlerweile keine schlechten Positionen haben. Das war eigentlich das wichtigste Ziel. Außerdem wollten die Amerikaner ihren Einfluss in der Region erhöhen. Deshalb wurde der Irak damals zu einem Schwerpunkt des außenpolitischen Diskurses in Amerika. Die Nato-Länder waren gezwungen, mit Washington zusammenzuarbeiten, obwohl sich beispielsweise Deutschland und Frankreich gegen jenen Einsatz aussprachen.“

Derzeit streben einige EU-Länder eine selbständige Außenpolitik an, darunter im Sicherheitsbereich. Doch Washington will seine führende Rolle in der Nato behalten. Ob jemand in absehbarer Zukunft in der Lage wäre, diese US-Hegemonie zu zerstören, ist äußerst fraglich. Deshalb werden die Europäer weiterhin unter amerikanischer Führung an blutigen Konflikten teilnehmen, die im Westen schamhaft als Friedenseinsätze bezeichnet werden.

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