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24 September 2014, 15:08

Massengräber in Ostukraine: eine Untersuchung ist notwendig

Massengräber in Ostukraine: eine Untersuchung ist notwendig

STIMME RUSSLANDS Russland fordert eine internationale Untersuchung zur Tatsache der Entdeckung eines Massengrabes bei Donezk (im Osten der Ukraine). Massengräber von Zivilisten wurden an Orten früherer Stellungen des ukrainischen Militärs entdeckt.

Ein erstes solches Massengrab entdeckte man auf dem Gelände der Kohlengrube Kommunar unweit von Donezk. Die leicht mit Erde bedeckten sterblichen Überreste von Menschen entdeckte ein Minenräumtrupp der Volkswehr, der das Gelände dieser Kohlengrube von Minen säuberte - den üblichen „Überraschungen“ des ukrainischen Militärs, das gemäß den Bedingungen der Waffenruhe sein hier eingerichtetes Militärlager am vergangenen Sonntag verlassen hatte. Dieses Mal handelte es sich um einen viel schrecklicheren Fund.

Im Beisein von OSZE-Inspektoren wurden vier Leichen exhumiert: ein Mann und drei Frauen, eine davon vermutlich schwanger. Alle in Zivilkleidung. Sie alle mit gefesselten Händen und Spuren von Kopfschüssen. Zwei Köpfe waren dabei vollkommen vom Körper getrennt. Wer diese Leute sind und wann sie getötet wurden, müssen jetzt die Gerichtsmediziner feststellen. Die Todesumstände dieser Menschen müssen auf internationaler Ebene ermittelt werden. Man dürfe es den Schuldigen nicht erlauben, sich der Verantwortung zu entziehen, betont der Ashdar Kurtow vom Russischen Instituts für strategische Studien:

„Die neuen Tatsachen zeugen davon, dass Menschen getötet wurden, die keine Waffe in den Händen hielten und nicht an den Kampfhandlungen auf Seiten der Volkswehr teilgenommen haben. Die ausgegrabenen sterblichen Überreste bestätigen, dass diese Menschen gefoltert wurden: Den Festgenommenen wurden Körperteile abgetrennt, es wurden ihnen verschiedenste Zeichen eingebrannt, darunter nazistische Symbole.

Diese Fakten sind ein Grund für die Einleitung einer internationalen Untersuchung. Der Westen, der so gern an die Menschenrechte appelliert, erörtert bisher aktiv das Thema von Verstößen gegen die humanitären Normen zum Beispiel während der Kriege auf dem Balkan. Die Tragödie in Srebrenica (Bosnien und Herzegowina) wird bis heute in Zeitungsartikeln und Fernsehbeiträgen diskutiert, dieselbe Thematik im Südosten der Ukraine wird dabei gar nicht beleuchtet.“

Die westlichen Anhänger der heutigen Kiewer Macht wollen die Verbrechen ihrer Günstlinge nicht sehen. Die Untersuchung der Tragödie in Odessa kommt nicht vom Fleck. Am 2. Mai 2014 hatten Nationalisten dort Gegner des gewaltsamen Regimewechsels in der Ukraine in das Gewerkschaftshaus getrieben. 48 Menschen verbrannten dort lebendigen Leibes oder kamen beim Versuch, sich vor dem Feuer zu retten, ums Leben, mehr als 200 Personen wurden verletzt. Unter dem Druck Russlands bildete die Ukraine eine Sonderkommission zur Untersuchung des Geschehens in Odessa, aber nach mehr als vier Monaten ist das Ergebnis gleich Null. Internationale Experten wurden nicht zu den Ermittlungsarbeiten zugelassen.

Aber nun, nach der Entdeckung von Massengräbern bei Donezk, werde sich die ukrainische Nationalgarde der Verantwortung für Verbrechen gegen friedliche Bürger nicht entziehen können, meint überzeugt der Vorsitzende des Ausschusses der Staatsduma der Russischen Föderation für auswärtige Angelegenheiten Alexej Puschkow. Moskau wird seinerseits diese Frage auf der internationalen Rechtsebene – im Europarat, in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats sowie in der OSZE – zur Sprache bringen.

Die Kohlengrube Kommunar ist nicht das einzige namenlose Massengrab, das in den letzten Tagen entdeckt wurde. An der Zufahrt zur naheliegenden Ortschaft wurde eine Grube entdeckt, in die einfach die Körper von fünf Menschen geworfen worden waren. Wie Einheimische aussagten, haben Kämpfer der Nationalgarde Menschen wegen einer angeblichen Verbindung zur Volkswehr erschossen. Das Schicksal mancher Einwohner ist heute noch ungewiss. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass man im Umkreis noch viele Massengräber entdecken wird.

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