08:10 25 Juli 2016
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Experte: US-Milliardenhilfen stürzten Ukraine in den Bürgerkrieg

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Regelung der Krise in der Ukraine (2377)
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Die von den USA in die Ukraine investierten Milliarden haben dieses Land in einen Bürgerkrieg abgleiten lassen, so der britische Außenpolitikexperte und Chefredakteur der Zeitschrift „Politics First“, Marcus Papadopoulos.

Die von den USA in die Ukraine investierten Milliarden haben dieses Land in einen Bürgerkrieg abgleiten lassen, so der britische Außenpolitikexperte und Chefredakteur der Zeitschrift „Politics First“, Marcus Papadopoulos.

Dabei wolle Washington die Ukraine weiterhin mithilfe von Nichtregierungsorganisationen (NGO) und Massenmedien kontrollieren, weil die Ukraine für die Amerikaner ein wichtiges Element der russischen „Isolationskette“ sei, so der Experte.

Die für Europa bzw. Eurasien zuständige US-Vizeaußenministerin Victoria Nuland hatte in einem CNN-Interview bestätigt, dass Washington fünf Milliarden Dollar „für die Unterstützung des ukrainischen Volkes bei seinem Streben  nach einer stärkeren und demokratischeren Regierung“ ausgegeben hatte. Zuvor hatte sie auf einer Konferenz zur Ukraine erklärt, dass die Hilfe für die Förderung der Demokratie in der Ukraine seit dem Zerfall der Sowjetunion fünf Milliarden Dollar betragen habe.  „Mit diesem Geld haben die USA jetzt die Ukraine vor einen Bürgerkrieg gestellt“, so Papadopoulos gegenüber RIA Novosti. „Gehen die Amerikaner jetzt eine Deeskalation der Krise ein und lassen die Ukraine sich mit ihren Problemen selbst auseinandersetzen? Oder führen sie in Übereinstimmung mit ihren Absichten die Ukraine endgültig in den „westlichen Orbit“ und vollziehen damit endgültig die Einkesselung Russlands?“

Der Brite sieht die Zukunft der Ukraine pessimistisch – im Unterschied zu Jugoslawien, Libyen oder Syrien, die ihre Probleme in den Griff bekommen haben bzw. werden. „Die Umsetzung der Pax Americana (die Ideologie der globalen Dominanz der USA) ist für Washington wichtiger, und die Ukraine bzw. ihre Bürger sind nur ‚Bauern‘ in diesem gefährlichen Spiel, das von den Amerikanern geführt wird“, so Papadopoulos. Nach seinen Worten wundert sich niemand in der Welt über die Tatsache, dass die Ukraine finanziell unterstützt und dass dabei eine Summe von fünf Milliarden Dollar bereitgestellt wurde. Der Experte erinnerte daran, dass sich Washington seit dem Zerfall der Sowjetunion immer um die Förderung der eigenen Dominanz in der Welt bemühte, indem es die osteuropäischen Länder von Polen und Rumänien bis hin zu den baltischen Ländern in die Nato aufnehmen ließ und Russlands Verbündete von Jugoslawien bis Syrien angriff.

„Laut der Pentagon-Strategie von 1992, die als Wolfowitz-Doktrin besser bekannt ist, hat Washington wesentliche Fortschritte bei der ‚Einkesselung‘ Russlands gemacht, indem Regierungen von mit Russland eng verbundenen Ländern gestürzt wurden. Das Schlüsselelement ist und bleibt aber die Ukraine“, so Papadopoulos. „Die befindet sich in Russlands ‚Unterleib‘ und hat einen riesigen Rüstungsindustriekomplex, der mit dem russischen eng verbunden ist. Die Aufnahme der Ukraine in die Nato und die EU würde für die USA nicht nur einen militärischen Vorteil gegenüber Russland bedeuten, sondern auch die russischen Streitkräfte schwächen, die von den ukrainischen Rüstungsbetrieben abhängig sind.“

Unter anderem werden in der Ukraine Triebwerke für russische Kampfhubschrauber hergestellt, präzisierte der Experte. „Die Amerikaner könnten diese ukrainischen Betriebe bekommen und den US-Behörden die Möglichkeit geben, Russland mit Zuckerbrot und Peitsche zu beeinflussen sowie bei der Behandlung von internationalen Streitfragen zu erpressen“, so Papadopoulos weiter. Zugleich erinnerte er daran, dass der frühere US-Präsident Bill Clinton in den 1990er-Jahren Russlands Abhängigkeit vom Internationalen Währungsfonds (IWF) ausnutzte, „um von Boris Jelzin alles zu bekommen, was er wollte.“

Gleichzeitig vermutete der Experte, dass Washington Viktor Juschtschenko zum Sieg bei der ukrainischen Präsidentschaftswahl 2005 verholfen und nach der Bombardierung Jugoslawiens einen erneuten Wahlsieg Slobodan Milosevics verhindert hatte. Die jetzigen ukrainischen Spitzenpolitiker wie Arsseni Jazenjuk und Alexander Turtschinow hätten ohne Amerikas Hilfe Präsident Viktor Janukowitsch nicht stürzen können, ergänzte er. „Durch die Finanzierung der prowestlichen NGOs und die Unterstützung der prowestlichen Parteien sind die USA in diesem Land präsent“, fuhr Papadopoulos fort. „Dank der Medien, die großenteils den Anweisungen des US-Außenministeriums folgen, stellt Washington die Situation in der Ukraine als Kampf gegen die Tyrannei dar, wobei Russland als Antagonist dargestellt wird.“

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