22:36 28 August 2016
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Russische Satellitenbilder: Boden-Luft-Raketenanlagen vom Typ Buk ca. acht km westlich von Lugansk

Flug MH17: Abschuss durch Luftabwehrsystem oder Kampfjet?

© Foto: Verteidigungsministerium Russlands
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Malaysische Boeing über Ukraine abgestürzt (299)
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Vier Tage nach dem Absturz des Passagierflugzeugs der Malaysia Airlines halten die von RIA Novosti befragten Experten zwei Varianten der Katastrophe für möglich: Fahrlässigkeit bei der Bedienung eines Buk-Flugabwehrsystems oder Angriff eines Su-27-Kampfjets.

Die Boeing 777 der Malaysia Airlines, die mit 298 Passagieren an Bord von Amsterdam nach Kuala Lumpur unterwegs war, stürzte am Donnerstag ab. Es gibt keine Überlebenden. Die Kiewer Regierung macht die Aufständischen für die Katastrophe verantwortlich. Die Aufständischen behaupten jedoch, keine Luftabwehrmittel zum Abschuss von Flugzeugen in solchen Höhen zu besitzen.

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Russische Satellitenbilder: Luftabwehr-Waffen nahe Donezk

Vom Boden oder aus der Luft?

„Es gibt zu viele Unstimmigkeiten. Beides ist möglich. Falls das Flugzeug durch die Flugabwehrkräfte abgeschossen wurde, könnte dies aus Versehen geschehen sein. Falls das Flugzeug von einem Kampfjet abgeschossen wurde, war dies kein Zufall. Es handelt sich dann um einen bewussten Terroranschlag, der von einem Staat organisiert wurde“, sagte der Präsident der Akademie für geopolitische Probleme, Dr. Konstantin Siwkow. Da der Flug MH17 genau beobachtet wurde, darunter von US-Überwachungssystemen, wäre ein russischer Kampfjet sofort entdeckt worden. „Meines Erachtens haben die Ukrainer dieses Flugzeug mit dem Buk-System versehentlich abgeschossen. Sie haben einfach ihr Flugabwehrsystem getestet. Auch die Kampfjet-Variante ist nicht ausgeschlossen. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 70:30, 70 Prozent für das Buk-System und 30 Prozent für den Kampfjet“, so der Experte.

Sofortiger Tod

Auch der Chefredakteur der Militärzeitschrift „Nazionaljnaja Oborona“ (Nationale Verteidigung), Igor Korotschenko, ist dieser Meinung. „Es gibt zwei Hauptversionen der Vernichtung der malaysischen Boeing – entweder durch das Flugabwehrsystem Buk oder durch eine lenkbare Luft-Luft-Rakete, abgefeuert von einem Kampfjet“, so Korotschenko.

Dem Experten zufolge werden diese zwei Varianten erörtert, weil der Absturz und der Tod der Insassen schnell erfolgten. „Die Besatzung hat es nicht geschafft, ein Notsignal zu senden oder die Bodendienste über einen Angriff zu benachrichtigen. Der Raketeneinschlag hat zur sofortigen Zerstörung des Rumpfes und zum Tod der Passagiere und der Besatzungsmitglieder wegen der Dekompression geführt“, so der Experte. Angesichts der Tatsache, dass die Boeing über mehrere Gebiete flog, in denen ukrainische Flugabwehrsysteme stationiert seien, könnte die Rakete dort gestartet worden sein, so Korotschenko. Ihm zufolge sollen Augenzeugen ein unbekanntes Flugzeug, offenbar einen ukrainischen Kampfjet des Typs Su-27, nach dem Absturz der Boeing in derselben Höhe gesehen haben. „Es liegt auf der Hand, dass das als eine der Versionen untersucht werden muss“.

 

Zu früh für Urteile

Laut dem ehemaligen Mitarbeiter des russischen Verteidigungsministeriums Generalleutnant Jewgeni Buschinski ist es noch zu früh für eine endgültige Version. Zunächst müssten die Trümmer des Flugzeugs untersucht werden. „Ohne eine Analyse der Trümmer durch Fachkräfte ist es unmöglich, diese Frage zu beantworten“, so der Experte.

Die ukrainische Regierung hat Vertreter der Regierungen von Malaysia und den Niederlanden, der EU-Kommission, des Boeing-Konzerns, der internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO, der Organisation zur zentralen Koordinierung der Luftverkehrskontrolle in Europa (Eurocontrol) und des US-amerikanischen National Transportation Safety Board (NTSB) zu Ermittlungen eingeladen. Interpol und Europol werden ebenfalls Ermittler zu dem Absturzort schicken.

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