15:29 27 Juli 2016
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Asow, Donbass, Rechter Sektor - die Symbole der ukrainischen Neofaschisten

Asow, Donbass, Rechter Sektor - die Symbole der ukrainischen Neofaschisten

© AP Photo/ Sergei Chuzavkov
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Aktivisten des Rechten Sektors kämpfen im Osten der Ukraine auf der Seite Kiews. Warum sie als Neofaschisten bezeichnet werden, erschließt sich bei genauer Betrachtung ihrer Symbole.

Die Kiewer Regierung führt seit April im Osten des Landes einen Gewalteinsatz gegen die Einwohner der Region, die sich gegen den Machtsturz des früheren Präsidenten Viktor Janukowitsch im Februar aufgelehnt hatten. Auf der Seite Kiews kämpfen die Sondereinheiten Asow und Donbass sowie die Vertreter der radikalen Bewegung Rechter Sektor. Die ukrainischen Patrioten werden häufig als Neofaschisten tituliert. Warum? Schaut man sich ihre Symbolik etwas genauer an, findet man eine Erklärung dazu.

Das Bataillon Asow wurde im Mai 2014 in Mariupol gegründet. Dazu gehört eine Sonderkompanie der Polizeipatrouille des ukrainischen Innenministeriums. Die Asow-Kämpfer sind im Internet ebenfalls als „Schwarzmänner“ bekannt.

Sehen wir uns ihre Symbole und Wappen an.

Kämpfer des Bataillons Asow
© AP Photo/ Sergei Chuzavkov
Kämpfer des Bataillons Asow
Das Bataillon Asow
Das Bataillon Asow

Das Zeichen im Vordergrund ist die heraldische Figur „Wolfsangel“, die sowohl Schutz als auch Bekämpfung und Gefangennahme des Feindes symbolisiert.

Symbol „Wolfsangel“
Symbol „Wolfsangel“

Dieses Abzeichen wurde lange Zeit in einigen Waffen-SS-Einheiten, darunter in der Panzerdivision „ Das Reich“ als Symbol genutzt.

Wappen der 2. SS-Panzerdivision „Das Reich“ auf einem Fahrzeug
Wappen der 2. SS-Panzerdivision „Das Reich“ auf einem Fahrzeug

Im Hintergrund – das okkultistische Symbol „Schwarze Sonne“ als Erkennungsmerkmal des Dritten Reichs und eines der beliebtesten Symbole des SS- und Gestapochefs Heinrich Himmler.

Symbol „Schwarze Sonne“
Symbol „Schwarze Sonne“
„Schwarze Sonne“ (ein okkultistisches Symbol) als Bodenmosaik im Schloss Wewelsburg bei Paderborn
© AP Photo/ Frank Augstein
„Schwarze Sonne“ (ein okkultistisches Symbol) als Bodenmosaik im Schloss Wewelsburg bei Paderborn

Zur Popularisierung des Bataillons Asow wird häufig ein Banner mit der Aufschrift „Das schwarze Korps“ genutzt. Das offizielle Wappen des Bataillons hat eine Überschrift, die direkt auf die SS hinweist, deren offizielle Zeitung „Das Schwarze Korps“ hieß.

Offizielle SS-Zeitung „Das Schwarze Korps”, 1937
© Foto: Public domain
Offizielle SS-Zeitung „Das Schwarze Korps”, 1937

Das Bataillon Donbass wurde in Dnepropetrowsk im April 2014 für den Widerstandskampf gegen die Anhänger der Volksrepublik Donezk ins Leben gerufen. Aus der Kampfeinheit entstanden das 24. Bataillon zur territorialen Verteidigung Donbass, das dem Generalstab der ukrainischen Streitkräfte untergeordnet ist, und das operative Bataillon Donbass der Nationalgarde, das dem Innenministerium unterordnet ist.

Kämpfer des Bataillons Donbass
© Sputnik/ Evgeny Kotenko
Kämpfer des Bataillons Donbass

Der Kern des Symbols ist ein umgedrehter und als Dreizack dargestellter Reichsadler mit halbgebogenen Flügeln.

Das Bataillon Donbass
Das Bataillon Donbass

Dieses Zeichen wurde von der Wehrmacht seit 1935 genutzt.

Soldaten treffen in einem Militärcamp in Nürnberg ein. 1937
© AP Photo/
Soldaten treffen in einem Militärcamp in Nürnberg ein. 1937

Nach Medienangaben haben viele rechtsextreme Kämpfer Tätowierungen in Form eines Hakenkreuzes.

Das ukrainische Nachrichtenportal LB.ua veröffentlichte im Mai ein Video, das im Mai nach einem Gefecht vor den Toren der ostukrainischen Stadt Donezk aufgenommen wurde. Auf der Brust eines getöteten Kämpfers ist deutlich eine Tätowierung mit einem Nazi-Symbol zu sehen.

Rechter Sektor – ein Bündnis aus rechtsradikalen nationalistischen Organisationen in der Ukraine. Zur Bewegung gehören Extremistengruppen, die an den ersten Protestaktionen auf dem so genannten Euro-Maidan (Unabhängigkeitsplatz in Kiew) im November 2013 teilgenommen hatten. Als Gründer dieser Bewegung gilt die ukrainische Stepan-Bandera-Organisation „Trisub“.

Anhänger der radikalen Bewegung „Rechter Sektor“
© RIA Novosti. Alexander Maximenko
Anhänger der radikalen Bewegung „Rechter Sektor“

Bei einer Tagung der Bewegung am 22. März 2014 wurde die Gründung der Partei Rechter Sektor auf Grundlage der Partei „Ukrainische Nationalversammlung“ (UNA) beschlossen. Dieser Partei schloss sich ebenfalls die UNA-UNSO an, die als selbstständige politische Partei nicht mehr existierte. Die UNSO-Mitglieder gelten als die  radikalsten Nationalisten. Nach dem Zerfall der Sowjetunion waren sie an mehreren bewaffneten Konflikten in ehemaligen Sowjetrepubliken beteiligt.

Im Mai setzten Extremisten des Rechten Sektors und ihre Anhänger bei Zusammenstößen in Odessa ein Gewerkschaftshaus in Brand. Dutzende Anti-Maidan-Aktivisten kamen dabei ums Leben.

UNA-UNSO
UNA-UNSO

Das Symbol der Ukrainischen Rebellen-Armee (UPA) – ein Dreizack auf einer rot-schwarzen Fahne – repräsentiert den militanten Flügel der Stepan-Bandera-Organisation der ukrainischen Nationalisten.

Rechter Sektor
Rechter Sektor

Die Aktivisten des „Euro-Maidan“ rufen häufig „Ruhm der Ukraine!“, worauf mit „Ruhm den Helden!“ geantwortet  wird. Diese Parolen entstanden während des Zweiten Weltkriegs und wurden von den ukrainischen Nationalisten und den Mitgliedern der Rebellen-Armee, die von Stepan Bandera angeführt wurde, gebraucht

Die Nationalgarde wurde am 12. März 2014 nach einer Umstrukturierung der ukrainischen Armee gebildet. Sie untersteht dem ukrainischen  Innenministerium.

Auf dem Abzeichen auf dem Ärmel des Kämpfers der Nationalgarde ist im unteren Teil ein als Hakenkreuz stilisiertes Symbol zu sehen.

Ein Abzeichen der ukrainischen Nationalgarde
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Ein Abzeichen der ukrainischen Nationalgarde

 

 

 

Themen:
Regelung der Krise in der Ukraine (2377)
Tags:
Rechter Sektor, Bataillon Donbass, Bataillon Asow, Ukraine
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Alle Kommentare

  • Der Faschismus hat in der Ukraine eine lange Geschichte . Oft waren es Ukrainer oder Letten die in den Vernichtungslagern des dritten Reiches die Drecksarbeit gemacht haben . Oft ware sie an Progromen beteiligt und haben Ihre Landsleute an die SS verraten. Auch viele Polen haben Juden umgebracht oder Sie an die SS und Gestapo verraten . Man darf sich also nicht wundern wenn heuzutage soetwas passiert.
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