21:53 26 Juli 2016
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Saudis bieten Russen milliardenschwere Waffenverträge für Verzicht auf Raketen-Deal mit Iran - "Wedomosti"

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Saudi-Arabien will in Russland eine große Waffenpartie kaufen, wenn dieses auf die Lieferung der Abfangraketen S-300 an Iran verzichtet, berichtet die Zeitung "Wedomosti" am Donnerstag.

MOSKAU, 01. Oktober (RIA Novosti). Saudi-Arabien will in Russland eine große Waffenpartie kaufen, wenn dieses auf die Lieferung der Abfangraketen S-300 an Iran verzichtet, berichtet die Zeitung "Wedomosti" am Donnerstag.

Wie den Verhandlungen nahe stehende Diplomaten der "Financial Times" mitteilten, beträgt der Wert des saudischen Auftrags zwei Milliarden Dollar. Daraus könnten sogar sieben Milliarden Dollar werden, falls die neuesten S-400-Systeme hinzukommen. Der Liefervertrag über die S-300-Raketen mit Iran übersteige nicht eine Milliarde Dollar.

Eine Quelle aus dem russischen Verteidigungsministerium bestätigte, dass die Verhandlungen über die Lieferungen an Saudi-Arabien seit 2005 laufen (zu den Waffen gehören T-90S-Panzer, BMP-3-Schützenpanzer, Mi-35- und Mi-17-Hubschrauber, die Fla-Raketensysteme Panzir, Buk M-2E und S-400). Es bestehe die Wahrscheinlichkeit, dass bis Jahresende die ersten Verträge, vor allem über Hubschrauber, unter Dach und Fach kommen.

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Ein Sprecher des staatlichen Waffenexporteurs Rosoboronexport wollte die Verhandlungen mit Saudi-Arabien und ihren Zusammenhang mit dem S300-Liefervertrag mit Iran nicht kommentieren.

Doch eine Quelle aus der Rüstungsindustrie berichtet, dass die Auslieferung der S-300-Systeme an Iran schon demnächst erfolgen könnte, weil sie nahezu startklar seien. Allerdings sei die Lieferung nach einem Hinweis "von oben" gestoppt worden. Wenn der Vertrag mit Iran aufgelöst werde, wolle der russische Staat die S-300 kaufen und den Streitkräften bereitstellen, so die Quelle.

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Nach Ansicht von Konstantin Makijenko, Experte des Moskauer Zentrums für Strategien- und Technologienanalyse, ist die Verknüpfung des saudischen Vertrags an die Nichtlieferung der S-300-Raketen an Iran möglich, weil sich Saudi-Arabien darauf verstehe, den Waffenimport für die Promotion seiner Interessen durch die Exporteure zu nutzen.

Dennoch habe der Kauf moderner Luftverteidigungssysteme wie S-400 für Saudi-Arabien einen eigenen Wert, weil sein Luftraum faktisch von Militärberatern aus den USA und Großtritannien kontrolliert werde, die die aus diesen beiden Ländern gelieferten Waffen bedienen.

 

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