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09:00 30 März 2015
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Raketensystem Topol

Russland plant Aufrüstung mit neuer Superrakete RS-24 „Rossijskaja Gaseta“

© Sputnik/ Mikhail Fomichew
Militär
(aktualisiert 20:52 22.12.2014) Zum Kurzlink
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Russlands strategische Raketentruppen wollen ihr mobiles Arsenal auf die neuen Interkontinentalraketen RS-24 Jars mit Mehrfachsprengköpfen umrüsten, berichtet die „Rossijskaja Gaseta“ am Mittwoch.

Russlands strategische Raketentruppen wollen ihr mobiles Arsenal auf die neuen Interkontinentalraketen RS-24 Jars mit Mehrfachsprengköpfen umrüsten, berichtet die „Rossijskaja Gaseta“ am Mittwoch.

Wie der Befehlshaber der strategischen Raketentruppen, Sergej Karakajew, weiter mitteilte, wurden bereits Anfang dieses Jahres die Jars-Raketen mit Einfachsprengköpfen in die Bewaffnung der Tejkowskaja-Division aufgenommen.

Die Waffe erwies sich nicht nur als effizient, sondern auch als zuverlässig. Deshalb solle die Rakete schrittweise die bodengestützte mobile Topol-M-Rakete ersetzen, hieß es.

Die Topol-M soll zusammen mit der RS-24 mindestens noch zehn Jahre lang die Grundlage der Stoßgruppierung der Raketentruppen bilden. Wie es aussieht, wollen die Raketenstrategen keine neuen mobilen Topol-Raketen bei der russischen Rüstungsindustrie in Auftrag geben. Die zur Verfügung stehenden Raketen reichen aus, um Russland langfristig ein zuverlässiges Atomschild zu bieten.

Es lohnt sich also, aussichtsreiche Jars-Raketen zu kaufen. Selbst neue Unterweisungen und eine neue Infrastruktur sind nicht nötig, weil die RS-24 Jars eine Art "Neuauflage" der Topol-M ist.

"Die Indienststellung der ballistischen Interkontinentalrakete RS-24 wird die Kampfmöglichkeiten zur Überwindung der Raketenabwehrsysteme und das russische Potenzial der nuklearen Abschreckung erhöhen", unterstrich Karakajew.

Experten sehen mindestens zwei Vorzüge in den neuen Langstreckenraketen. Ihr Mehrfachsprengkopf garantiert nahezu eine 100-prozentige Vernichtung des Ziels auf einer Entfernung von etwa 12.000 Kilometer. Ein weiterer Vorteil ist außerdem, dass die Startrampen des Raketensystems verdeckt auf einem großem Gebiet aufgestellt werden können.
 
Die Topol-Raketen sollen weiter auf ihren Stellungen bleiben. Der Befehlshaber der Raketentruppen bestätigte, dass im Tatischtschewo-Verband noch vor Jahresende ein weiteres, sechstes Regiment mit zehn silogestützten Komplexen RS-12M2 in den Dienst aufgenommen werden sollen. 2011 würden zudem neue Regimenter mit Topol-M-Raketen in die Bewaffnung aufgenommen.

Die strategischen Raketentruppen haben selten die Möglichkeit, ihre Waffen zu testen. Der Start einer Langstreckenrakete ist ein teures und gefährliches Vergnügen. Für 2011 sind jedoch immerhin zehn Raketenstarts geplant, um nicht aus der Übung zu kommen.

Die Raketentruppen müssen übrigens einen Aderlass verkraften. In den vergangenen fünf Jahren haben die Raketentruppen wegen Sparmaßnahmen 10.000 militärische und 8000 zivile Stellen streichen müssen. Weitere Kürzungen werden vorläufig jedoch nicht erwartet.