02:34 26 Juli 2016
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Militärhilfe für Mali: Frankreich schickt Soldaten in separatistischen Norden

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Französische und deutsche Soldaten haben am Donnerstag in der zentralen Region von Mali ihre Stellungen bezogen, während einheimische Islam-Kämpfer eine Offensive im Norden des Landes führen, wie die französische Tageszeitung „Le Figaro“ am Freitag schreibt.

Französische und deutsche Soldaten haben am Donnerstag in der zentralen Region von Mali ihre Stellungen bezogen, während einheimische Islam-Kämpfer eine Offensive im Norden des Landes führen, wie die französische Tageszeitung „Le Figaro“ am Freitag schreibt.
 
Zuvor waren auf dem Militärflugplatz der Stadt Sevare acht Flugzeuge gelandet, so das Blatt.  
 
Der französische Fernsehsender BFM TV hat die Berichte über die Stationierung eines französischen Militärkontingentes in Mali unter Berufung auf den Apparat von Präsident Francois Hollande bestätigt. Die Personalstärke der Truppe wurde allerdings nicht mitgeteilt. 
 
Der Präsident von Mali, Dioncounda Traoré, hatte Frankreich am Donnerstag um militärische Hilfe im Kampf gegen die Islamisten gebeten, die immer neue Territorien im Norden des Landes einnehmen würden.
 
Der französische Präsident hatte am Freitag geäußert, dass sein Land bereit sei, den Behörden von Mali in ihrem Kampf gegen die Islamisten im Rahmen einer entsprechenden Resolution des UN-Sicherheitsrates zu Hilfe zu kommen.
 
Wie Reuters unter Berufung auf inoffizielle Informationen aus diplomatischen Kreisen berichtet, lassen die geltenden Resolutionen des UN-Sicherheitsrates eine militärische Invasion von Seiten Frankreichs zu.
 
Der UN-Sicherheitsrat hatte im Dezember 2012 die Entsendung von 3300 Militärs der unter afrikanischer Führung stehenden Mission AFISMA nach Mali genehmigt. Das Militärkontingent soll mindestens ein Jahr zur Regelung der Situation im Norden des Landes eingesetzt werden, die sich nach der Nato-Operation im benachbarten Libyen und dem Sturz des Regimes von Muammar Gaddafi verschlechtert hatte.
 
Die Auswanderung der Tuareg-Stämme, die unter dem Schutz des früheren libyschen Staatschefs gestanden hatten, führte zu einem Krieg und zur Abspaltung weiträumiger Gebiete im Norden von Mali, die die Separatisten zu einem unabhängigen Staat „Azawad“ erklärt haben.

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