08:40 26 August 2016
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Waldbrände: Feuer kann Tschernobyl-Radioaktivität wieder in Himmel schleudern

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Russland brennt (224)
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Die radioaktiven Substanzen, die nach dem Unfall im Atomkraftwerk von Tschernobyl vor mehr als 24 Jahren in den Boden eingedrungen waren, können infolge der Waldbrände wieder an die Luft geraten.

Die radioaktiven Substanzen, die nach dem Unfall im Atomkraftwerk von Tschernobyl vor mehr als 24 Jahren in den Boden eingedrungen waren, können infolge der Waldbrände wieder an die Luft geraten.

Wenn die Wald- und Torfmoorbrände, die seit Tagen in Zentralrussland wüten, das südwestliche Gebiet Brjansk erreichen sollten, könnte dort die Radioaktivität steigen, warnte Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu am Donnerstag. Seine Behörde habe das Feuerwehraufgebot in der Region verstärkt. 

Dem WWF-Experten Nikolai Schmatkow zufolge ist nicht nur Brjansk, sondern sind auch die Gebiete Tula und Lipezk (200 bis 400 km südlich von Moskau) gefährdet.    

„In alle diesen Gebieten stecken Radionuklide im Boden. Sie sie noch immer gefährlich. Werden sie durch die Brände frei gesetzt , würden wir alle radioaktiven Rauch einatmen müssen“, sagte Schmatkow am Freitag in Moskau.

Das Unglück im AKW Tschernobyl in der Nord-Ukraine gilt bislang als die schwerste Atom- und Umweltkatastrophe. In der Nacht zum 26. April 1986 war im AKW ein Reaktor explodiert. Durch die gewaltige Explosion und einen Brand zerriss die Schutzhülle des Reaktors. Große Mengen Radioaktivität wurden durch die extreme Hitze in die Atmosphäre ausgestoßen.

Als Folge wurden weite Teile der Sowjetunion und europäischer Staaten verseucht. Nach der Katastrophe hatten hunderttausende Helfer einen provisorischen Betonmantel (Sarkophag) um den explodierten 4. Reaktor errichtet. Das AKW wurde erst im Dezember 2000 stillgelegt.

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