16:57 30 Juli 2016
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CERN-Mitarbeiter unter Terror-Verdacht: Französische Physiker bilden Solidaritäts-Komitee

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Aus Solidarität mit dem französischen Physiker und Mitarbeiter des europäischen CERN-Forschugnszentrums in Genf Adlène Hicheur, der sich seit einem Jahr wegen des Terror-Verdachtes in Haft befindet, haben französische Wissenschaftler ein Komitee gebildet.

Aus Solidarität mit dem französischen Physiker und Mitarbeiter des europäischen CERN-Forschugnszentrums in Genf Adlène Hicheur, der sich seit einem Jahr wegen des Terror-Verdachtes in Haft befindet, haben französische Wissenschaftler ein Komitee gebildet.

Der Wissenschaftler algerischer Herkunft hatte im CERN mathematische Methoden zur Bearbeitung der Daten entwickelt, die mit einem Detektor des Teilchenbeschleunigers LHC (Large Hadron Collider) gewonnen werden. Der Wissenschaftler hatte theoretische Physik an einer polytechnischen Schule in Lausanne unterrichtet.

Hicheur war am 8. Oktober in Frankreich wegen des Verdachts auf Kontakte mit der Al-Qaida in den Ländern des Maghreb festgenommen worden. Nach französischen Medienberichten soll der CERN-Forscher einen Anschlag auf ein Gebirgsjäger-Bataillon vorbereitet haben.

19 Kollegen des Physikers, die von Anfang an seine Teilnahme an Terroraktivitäten bestritten hatten, haben am Montag in einem Brief an die Französische physikalische Gesellschaft über die Bildung eines Komitees zur Unterstützung von Hicheur informiert. Laut den Autoren liegen keine schwerwiegenden Beweise vor, die die mehr als 13-monatige Haft des Wissenschaftlers rechtfertigen könnten.

„Im Hinblick darauf, dass diese Situation noch zwei Jahre dauern kann, wobei keine gerichtliche Untersuchung eingeleitet wird, haben wir beschlossen, ein Komitee zu seiner Unterstützung zu bilden, um die Wissenschaftlergemeinschaft auf den Fall Adlène Hicheur aufmerksam zu machen und ihm mit allen gesetzlichen Mitteln zu helfen“, heißt es in dem Brief.

Das Schreiben trägt die Unterschriften von namhaften Physikern aus Frankreich, der Schweiz und anderen Ländern, darunter auch des Nobelpreisträgers vom Jahr 1988 Jack Steinberger.

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