20:52 28 August 2016
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Zwischenfall in japanischem AKW: Reaktor abgeschaltet

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Im japanischen Atomkraftwerk Genkai, Präfektur Saga auf der Insel Kyushu, musste nach dem Ausfall des Kühlsystems einer der zwei tätigen Reaktoren abgeschaltet werden. Das teilte der Fernsehsender NHK am Dienstag mit.

Im japanischen Atomkraftwerk Genkai, Präfektur Saga auf der Insel Kyushu, musste nach dem Ausfall des Kühlsystems einer der zwei tätigen Reaktoren abgeschaltet werden. Das teilte der Fernsehsender NHK am Dienstag mit.

Laut der Betreiberfirma Kyushu Electric Power Co. ist dabei keine Radioaktivität ausgetreten. Die Störung im Betrieb des Kühlsystems sei gegen 13:40 Uhr Ortszeit (06:40 MESZ) eingetreten. Die Fachleute des AKW suchen derzeit nach der Ursache des Zwischenfalls und ermitteln, inwieweit sich die plötzliche Stilllegung des Reaktors auf die Stromversorgung in der Region auswirken kann. Eventuelle Stromausfälle sollen durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe ausgeglichen werden.

Die Reaktoren 2 und 3 des AKW Genkai waren zum Zeitpunkt des Atomstörfalls im AKW Fukushima I im März dieses Jahres wegen planmäßiger Wartungsarbeiten nicht in Betrieb. Der von der jüngsten Störung betroffene Reaktor 4 sollte am 26. Dezember 2011 für eine planmäßige Instandsetzung heruntergefahren werden. Mit der Wartung des nunmehr einzig tätigen Reaktors 1 soll am 2. Dezember 2011 begonnen werden. In den 17 Atomkraftwerken Japans sind gegenwärtig nur etwa ein Drittel der insgesamt 54 Atomreaktoren in Betrieb.

Nach dem Atomunfall im Atomkraftwerk Fukushima I waren sicherheitshalber auch andere japanische Atomkraftwerke vorerst geschlossen worden. Viele Reaktoren werden jetzt überprüft, andere können wegen der ablehnenden Haltung der örtlichen Behörden nicht wieder in Betrieb genommen werden.

Nach dem schweren Erdbeben und dem anschließenden Tsunami vom 11. März in Ostjapan war das Kühlsystem im AKW Fukushima I außer Betrieb geraten. Dies hatte eine Brennstoffschmelze in den ersten drei Reaktoren zur Folge. Es kam zum Entweichen von beträchtlichen Mengen Radioaktivität und zur Verstrahlung von Luft und Meerwasser.

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