08:42 28 Juli 2016
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Organhandel: Russland sammelt Indizien gegen Kosovo-Regierung - “Kommersant”

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Die russischen Behörden haben offenbar Beweise, dass die Behörden der selbsternannten Republik Kosovo illegitim sind und mit schweren Verbrechen in Verbindung stehen könnten, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag.

Die russischen Behörden haben offenbar Beweise,  dass die Behörden der selbsternannten Republik Kosovo illegitim sind und mit schweren Verbrechen in Verbindung stehen könnten, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag.

Das russische Außenministerium verfolgt aufmerksam das Verfahren gegen die Medicus-Klinik in Pristina, der illegale Nierentransplantationen vorgeworfen werden. Falls es zu einem Schuldspruch kommt, ist bewiesen, dass illegale Transplantationen im Kosovo durchgeführt wurden.

Das Verfahren gegen die Medicus-Klinik begann am 4. Oktober. Angeklagt werden ehemalige Mitarbeiter der Medicus-Klinik (die Albaner, ein Türke und ein Israeli) und ein früherer Beamter des kosovarischen Gesundheitsministeriums. Sie sollen Serben, Türken, Moldawier, Kasachen, Weißrussen und Russen auf betrügerische Weise zum Nierenverkauf gezwungen haben. Keiner der 30 Betroffenen hat die versprochenen 15.000 Euro bekommen. Den Angeklagten werden organisierte Kriminalität, illegale Operationen und Menschenhandel vorgeworfen.

Das Verfahren gegen die Medicus-Klinik ist ebenfalls mit einem Skandal verbunden, der nach der Veröffentlichung des Buches der ehemaligen Chefanklägerin des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag, Carla Del Ponte,  „Die Jagd. Ich und die Kriegsverbrecher“ ausgebrochen war.  Ihr zufolge sollen 300 kosovarische Serben, Roma und Menschen anderer Nationalität entführt worden sein. Die Gefangenen wurden nach Albanien gebracht, wo ihnen die Eingeweide herausgerissen wurden. Laut Del Ponte waren an diesem Verbrechen  Mitglieder der kosovarischen Befreiungsarmee UCK beteiligt. Einer der Kommandeure dieser Armee war der heutige kosovarische Ministerpräsident, Hashim Thaci.

Auf Grundlage dieses Buches hat der Europarat-Berichterstatter, Dick Marty, einen Bericht vorgelegt, dem zufolge Thaci Boss einer Mafiabande war, die mit Organen und Menschen gehandelt haben soll. Laut Quellen aus russischen Diplomatie-Kreisen soll im Kosovo ein kriminelles Netzwerk die kosovarischen Spitzenpolitiker unterstützt haben.

Deswegen willigte Russland im April die Bitte der EU-Rechtsstaatlichkeitsmission im Kosovo (EULEX) ein, Rechtshilfe beim Medicus-Verfahren zu gewähren. Die EULEX, Ankläger beim Medikus-Verfahren, hat ernsthafte Probleme mit den Zeugen. Nach Medienangaben sind in den letzten Jahren einige Zeugen unter dubiosen Umständen ums Leben gekommen.

Die  Anklage rechnete damit, die Aussagen der russischen Zeugen am 12. Januar zu bekommen. Die Dokumente sind jedoch bislang noch nicht bei der EULEX eingetroffen.

Wie Wladimir Markin,  Sprecher des russischen Ermittlungsausschusses, am Montag mitteilte, wurde am 14. Juli vergangenen Jahres ein Strafverfahren gegen Mitglieder einer transnationalen Verbrechergruppe eingeleitet, die Menschen- und Organhandel betrieben hatten.  Die nächste Gerichtssitzung soll in den kommenden Wochen stattfinden. Deswegen bleibt die Frage über die Erhaltung der russischen Materialien aktuell.

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