16:57 30 August 2016
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Serbische Medien: Nato hat Ermittlungen zu Organhandel im Kosovo verhindert

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Die Nato und die UN-Interimsverwaltungsmission UNMIK haben serbischen Medienberichten zufolge die Ermittlungen zum Organhandel im Kosovo unmöglich gemacht.

Die Nato und die UN-Interimsverwaltungsmission UNMIK haben serbischen Medienberichten zufolge die Ermittlungen zum Organhandel im Kosovo unmöglich gemacht.

Das Internationale Kriegsverbrechertribunal für Ex-Jugoslawien (ICTY) habe bereits 2004 Hinweise auf illegale Transplantationen von menschlichen Organen bekommen, habe jedoch „wegen zahlreicher Hindernisse“ nicht dazu ermitteln können, meldete die serbische Agentur Tanjug am Mittwoch unter Hinweis auf die damalige ICTY-Chefanklägerin Carla del Ponte.

„Die Nato und die UNMIK haben uns wichtige Unterlagen verweigert, während die Behörden Albaniens uns nicht erlaubt haben, einzureisen und die Gräber zu untersuchen“, wurde Carla del Ponte zitiert.

Del Ponte hatte als eine der ersten auf den illegalen Organhandel im Kosovo verwiesen, der ihr selbst als damalige Chefanklägerin des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag (1999-2007) bekannt gewesen sei. In ihrem Buch „La Caccia. Io e i criminali di guerra“ („Die Jagd. Ich und die Kriegsverbrecher“) schrieb Del Ponte 2008, dass Serben entführt und nach Albanien gebracht worden seien, wo ihnen Organe entnommen wurden, die  an westliche Kunden verkauft wurden.

Laut Del Ponte konnte sie nichts unternehmen, weil es im Kosovo unmöglich war, Beweise zu sammeln, wo eine Mafia das Sagen gehabt hätten und Zeugen eingeschüchtert worden seien. Selbst die Richter in Den Haag hätten Angst vor den kosovarischen „Freiheitskämpfern“ gehabt. „Ich denke, dass einige Richter des Gerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien Angst hatten, dass die Albaner kommen und mit ihnen abrechnen würden“, schrieb Del Ponte.

Im Dezember 2010 legte PACE-Sonderberichterstatter Dick Marty einen Bericht vor, dem zufolge der jetzige kosovarische Ministerpräsident Hashim Thaci Ende der 1990er Jahre Boss einer albanischen Mafia-Gruppierung war, die mit Waffen, Organen und Menschen gehandelt sowie Auftragsmorde verübt haben soll.

Thaci wies alle Anschuldigungen von sich und drohte Berichterstatter Marty mit einer Verleumdungsklage. Die EU-Kommission forderte Marty auf, die monströsen Vorwürfe mit Beweisen zu belegen. Moskau und Belgrad warnten davor, die schweren Anschuldigungen gegen den kosovarischen Premier zu ignorieren. Im Rahmen der EU-Mission im Kosovo (EULEX) ist eine Ermittlungsgruppe mit US-Diplomat John Clint Williamson an den Spitze gebildet worden.

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