15:38 26 August 2016
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MH17-Absturz: Familien deutscher Absturzopfer wollen Ukraine verklagen

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Malaysische Boeing über Ukraine abgestürzt (299)
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Die Angehörigen der deutschen Opfer des in der Ukraine abgestürzten malaysischen Verkehrsflugzeuges wollen Medienberichten zufolge die ukrainische Regierung vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verklagen.

Die Angehörigen der deutschen Opfer des in der Ukraine abgestürzten malaysischen Verkehrsflugzeuges wollen Medienberichten zufolge die ukrainische Regierung vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verklagen.

Nach internationalem Recht sei jeder Staat für den Luftraum über seinem Staatsgebiet verantwortlich, wenn er ihn für Durchflüge öffnet, sagte Rechtsanwalt Elmar Giemulla (63), der drei deutsche Opferfamilien vertritt, nach Angaben der Agentur Reuters. Könne ein Staat die Sicherheit nicht gewährleisten, müsse er seinen Luftraum sperren. Die Ukraine sei ihrer Verantwortung, die Sicherheit ihres Luftraums zu gewährleisten, nicht nachgekommen, und habe damit eine Menschenrechtsverletzung begangen, sagte Giemulla, Professor für Luftfahrtrecht, Bild am Sonntag.

Giemulla will in etwa zwei Wochen für die deutschen Hinterbliebenen Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen die Regierung der Ukraine und Präsident Pjotr Poroschenko wegen Totschlags durch Unterlassen in 298 Fällen einreichen und Schmerzensgeld von mindestens einer Million Euro pro Opfer fordern.

Die Boeing mit der Flugnummer MH17 war am 17. Juli im umkämpften ostukrainischen Gebiet Donezk abgestürzt. Alle 298 Insassen der Verkehrsmaschine, die von Amsterdam nach Malaysia unterwegs war, kamen ums Leben. In der Region lieferten sich die ukrainische Armee und bewaffnete Regierungsgegner heftige Gefechte. Die Regierung in Kiew und die Milizen warfen sich gegenseitig vor, den Jet abgeschossen zu haben.

Erste Bilder von der Absturzstelle der malaysischen Boeing in Ostukraine > >

Weil die meisten Opfer Niederländer waren, übernahmen die Niederlande die Leitung der Ermittlungen. Die beiden Flugschreiber der Boeing wurden zur Auswertung nach Großbritannien gebracht. Am 9. September veröffentlichten die niederländischen Experten einen Zwischenbericht zur Katastrophe. Darin hieß es, dass die Passagiermaschine der Malaysia Airlines „von einer großen Anzahl an hochenergetischen Objekten" getroffen worden und in der Luft auseinandergebrochen sei. Der endgültige Bericht soll binnen eines Jahres nach dem Flugzeugabsturz veröffentlicht werden.

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