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Israelische Araber wollen keine Bürger des künftigen Staates Palästina werden

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TEL AVIV, 19. März (RIA Novosti). Nahezu die Hälfte der israelischen Araber rechtfertigt die Handlungen der Hislobollah-Formationen im vorjährigen Krieg, während mehr als zwei Drittel der israelischen Juden einen arabischen Aufstand befürchten und die arabisch besiedelten Gebiete des Landes meiden.

Eine Meinungsforschung, die den Grad der gegenseitigen Entfremdung zwischen der jüdischen Mehrheit und der arabischen Minderheit, die 20 Prozent der Bevölkerung Israels ausmacht, veranschaulicht, haben Soziologen der Universität Haifa durchgeführt.

Nach den Ergebnissen der Umfrage rechtfertigen 49,7 Prozent der israelischen Araber die Entführung von zwei israelischen Soldaten - Ehud Goldwasser und Eldad Regev - durch die libanesischen Extremisten. Nur 18,7 Prozent halten die Entscheidung Israels, als Antwort darauf Kriegshandlungen aufzunehmen, für berechtigt. 48,2 Prozent der Befragten rechtfertigen die Feuerangriffe der Hisbollah auf israelisches Territorium.

Fast 90 Prozent (89,1 Prozent) der Teilnehmer, von denen viele in den von libanesischen Raketen beschädigten Gebieten leben, bewerten die israelischen Bombardements des Libanon als „Kriegsverbrechen“.

„Von den israelischen Arabern hätte man in einem größeren Maße proisraelische Stimmungen erwarten können - im Hinblick auf die Besonderheiten des vergangenen Krieges, eines Krieges ohne palästinensische Beteiligung, eines Krieges, der das Leben und das Vermögen der Israelis gefährdet hatte, eines Krieges gegen die schiitische Gruppierung, die von einem nichtarabischen fundamentalistischen Land (Iran) unterstützt wurde“, wird der Leiter der Meinungsforschung und Dekan der Fakultät für Soziologie, Sami Smuhu, in einer Pressemitteilung der Universität Haifa zitiert.

Nach der Einstellung gegenüber dem Holocaust gefragt, haben 28 Prozent der Teilnehmer das Genozid am europäischen Judentum im Zweiten Weltkrieg bestritten. Unter den Schul- und Collegeabgängern liegt diese Zahl bei 33 Prozent.

Zugleich möchte die überwiegende Mehrheit der israelischen Araber (mindestens 67,5 Prozent) weiterhin in Israel leben und befürchtet eine Übergabe ihrer Ortschaften an den künftigen palästinensischen Staat.

„Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass die Araber in das Leben Israels integriert sind, ihre Zukunft mit diesem Land verknüpfen und unter keinen Umständen Teil des palästinensischen Staates werden wollen“, sagte Prof. Smuha.

Die Forscher sind ferner zu der Erkenntnis gelangt, dass die in Israel lebenden Juden gegenüber ihren arabischen Mitbürgern misstrauisch sind. 68,4 Prozent der Juden befürchten Massenunruhen im arabischen Sektor, 63,3 Prozent meiden aus Sicherheitsgründen die vorwiegend von Arabern besiedelten Gebiete.

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