00:15 29 Juli 2016
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Russlands Außenminister hält Unruhen in Tibet für Folge der Kosovo-Anerkennung

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Der russische Außenminister Sergej Lawrow betrachtet die Förderung separatistischer Tendenzen als unmoralisch und warnt die Kosovo-Anerkennerstaaten vor schweren Folgen dieses Prozesses.

MOSKAU, 18. März (RIA Novosti). Der russische Außenminister Sergej Lawrow betrachtet die Förderung separatistischer Tendenzen als unmoralisch und warnt die Kosovo-Anerkennerstaaten vor schweren Folgen dieses Prozesses.

"Meines Erachtens ist es unmoralisch, die separatistischen Tendenzen zu fördern", sagte der Außenminister in einem Interview mit der Zeitung "Rossijskaja Gaseta" vom Dienstag.

Nach seinen Worten löste der Kosovo-Präzedenzfall in vielen Regionen ein Echo aus. "Es gibt allen Grund zu der Annahme, dass all das nicht von ungefähr geschieht", fügte Lawrow hinzu.

"Sie sehen, was sich im chinesischen Autonomiegebiet Tibet ereignet, wie dort die Separatisten agieren. Auch die Albaner in Mazedonien fordern bereits einen solches Niveau der Autonomie, die ein unverkennbarer Schritt auf dem Wege zur Unabhängigkeit ist. Auch die Ereignisse in anderen Teilen der Welt lassen annehmen, dass wir erst den Anfang eines äußerst explosiven Prozesses sehen", erklärte der russische Außenminister.

"All jene, die diesen Weg gehen, dürfen nicht fordern, die islamische oder die euroatlantische Solidarität an den Tag zu legen. Sie müssen immerhin an ihre Verantwortung denken. Je größer und ernsthafter ein Staat ist, desto größere Verantwortung trägt er", betonte Lawrow.

Ihm zufolge wurde das Völkerrecht zweifellos grob verletzt. "Kein Zufall, dass viele Staaten, darunter auch die islamischen, nicht die Absicht haben, die Kosovo-Unabhängigkeit anzuerkennen. Ich möchte vor der Versuchung warnen, den Aufrufen zu folgen, die nicht von arabischen und islamischen Staaten ausgehen, aber eben an die islamischen Länder adressiert sind, die islamische Solidarität zu bekunden und das Kosovo anzuerkennen", sagte der Außenminister.

Er bezeichnete die Situation im Kosovo als markantestes Beispiel des ethnischen Separatismus.

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