11:03 30 August 2016
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Russische Staatsmänner bezweifeln deklarierte US-Ziele in Afghanistan

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Der von Barack Obama beschlossene Ausbau der Militärpräsenz am Hindukusch zielt weder auf die Terror- noch auf die Drogenbekämpfung ab, eher geht es um ein Ringen um Einfluss in Zentralasien, warnen ranghohe russische Staatsbeamte.

MOSKAU, 19. Februar (RIA Novosti). Der von Barack Obama beschlossene Ausbau der Militärpräsenz am Hindukusch zielt weder auf die Terror- noch auf die Drogenbekämpfung ab, eher geht es um ein Ringen um Einfluss in Zentralasien, warnen ranghohe russische Staatsbeamte.

„Der Terrorismus ist eine Art organisiertes Verbrechen. Militärtruppen sind für dessen Bekämpfung nicht geeignet. Die Truppenaufstockung in Afghanistan verfolgt natürlich andere Ziele“, sagte Viktor Iwanow, Chef der russischen Drogenbehörde, am Donnerstag vor Journalisten.

Selbst US-Experten geben laut Iwanow zu, dass die US-Präsenz in Afghanistan darauf abziele, Zentralasien unter Kontrolle zu bringen.

Der Vorsitzende der russischen Staatsduma, Boris Gryslow, wies unterdessen darauf hin, dass auch das von Washington deklarierte Ziel der Drogenbekämpfung nicht erreicht worden sei. Stattdessen sei die afghanische Wirtschaft seit dem Sturz der Taliban zu einer „Drogenfabrik“ mutiert, so Gryslow am Donnerstag bei einer Parlamentsanhörung.

Der russische Militärexperte Leonid Iwaschow hatte am Mittwoch zu RIA Novosti gesagt, die USA bräuchten Afghanistan, um die benachbarten Länder zu beeinflussen.

Afghanistan sei für die USA als „konserviertes Ressourcendepot“ interessant, aber auch als „günstiges militärstrategisches Aufmarschgebiet, von dem aus die Lage in Pakistan, Indien und China beeinflusst werden kann“, so Iwaschow.

„Washingtons Interesse besteht hier darin, die benachbarten Staaten in Abhängigkeit zu versetzen, um dann seine Vorhaben in diesem Raum nach irakischem Vorbild zu lösen“, hieß es.

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