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Putin fordert Reue der Weltmächte wegen Abmachungen mit Hitler - Zusammenfassung

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Putin in Polen. Suche nach Annäherung? (22)
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Die Weltmächte, die vor dem Zweiten Weltkrieg Abmachungen mit Nazi-Deutschland getroffen hatten, sollen diese offiziell als Fehler anerkennen.

WESTERPLATTE, 01. September (RIA Novosti). Die Weltmächte, die vor dem Zweiten Weltkrieg Abmachungen mit Nazi-Deutschland getroffen hatten, sollen diese offiziell als Fehler anerkennen.

Das sagte der russische Ministerpräsident Wladimir Putin am Dienstag in Westerplatte bei Gdansk bei der Gedenkfeier anlässlich des 70. Jahrestages seit dem deutschen Überfall auf Polen.

Als unmoralisch bezeichnete er die Zugeständnisse an die Nazis, die die Weltmächte in den Jahren 1934 bis 1939 gemacht hatten. „Wir müssen die Fehler eingestehen. Unser Land hat das schon gemacht, indem das Parlament den Hitler-Stalin-Pakt verurteilte“, sagte Putin. „Wir dürfen nun erwarten, dass auch die anderen Staaten, die Abmachungen mit den Nazis eingegangen waren, dasselbe tun.“ Das solle nicht die Form von Politikererklärungen haben, sondern als polische Beschlüsse erfolgen.

Eine jede Zusammenarbeit mit dem Extremismus, egal womit diese motiviert werde, führe unweigerlich zu einer Tragödie, sagte Putin. „Wir müssen die Lehren (aus den Ereignissen, die dem Zweiten Weltkrieg vorangegangen waren) ziehen.“ Man müsse auf politische Stereotypen und Klischees der Vergangenheit verzichten sowie jede Entstellung der Geschichte und das Verschweigen von Tatsachen unterlassen.

„Es muss zugegeben werden, dass die in den Jahren 1934 bis 1939 unternommenen Versuche, durch diverse Pakte und Verträge die Nazis zu befrieden, aus moralischer Sicht unakzeptabel und aus praktischer und politischer Sicht sinnlos, schädlich und gefährlich waren“, sagte Putin. „All diese Schritte insgesamt haben zu der Tragödie geführt: dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges.“

Ohne dass die Gefährlichkeit der Vereinbarungen mit Nazi-Deutschland anerkannt sei, könnten weder eine sichere Welt aufgebaut, noch das Erbe des Kalten Krieges überwunden noch die Trennlinien verwischt werden, sagte Putin.

„Mein Land hat nicht nur seine Fehler anerkannt, sondern es trägt auch zum Aufbau einer auf neuen Prinzipien beruhenden Welt bei“, betonte der russische Ministerpräsident. „Es ist der Position meines Landes zu verdanken, dass die Berliner Mauer, sowohl die reelle als auch die virtuelle gefallen ist und die Voraussetzungen für die Entstehung eines neuen Europas ohne Trennlinien geschaffen wurden“, betonte er. Eine moderne zivilisierte Politik müsse auf gemeinsamen moralischen und rechtlichen Prinzipien aufbauen. „Nur dann können wir das tragische Kapitel der Geschichte des Zweiten Weltkrieges hinter uns lassen - um des Andenkens an die Gefallenen und um der friedlichen Zukunft unserer Kinder willen“.

 

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