10:38 28 August 2016
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Moskau befremdet: USA wollen Anbauflächen mit Opiummohn in Afghanistan nicht vernichten

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Moskau ist laut Außenminister Sergej Lawrow befremdet, dass die USA nicht gewillt sind, die Anbauflächen des Opiummohns in Afghanistan zu vernichten.

Moskau ist laut Außenminister Sergej Lawrow befremdet, dass die USA nicht gewillt sind, die Anbauflächen des Opiummohns in Afghanistan zu vernichten.

„Ich möchte eine Frage zuspitzen, die wir seit Jahren nicht lösen können, und zwar dass es notwendig ist, gegen die afghanische Drogengefahr in der ganzen Kette der Drogenindustrie, angefangen mit der Vernichtung der Saatflächen, zu kämpfen“, sagte Lawrow am Montag im internationalen Forum „Entwicklungsziele des Millenniums in Osteuropa und Zentralasien“.

„Es fällt uns schwer, zu begreifen, warum unsere US-amerikanischen Partner nicht wünschen, dass sich die Internationale Sicherheitsunterstützungsgruppe in Afghanistan (ISAF) damit beschäftigt. Sie sagen, dass dies das Problem nicht lösen würde, weil es Schwierigkeiten für die Agrarproduktion schafft, wenn die Anbauflächen des Opiummohns vernichtet werden“, äußerte Lawrow. „Doch aus irgendeinem Grund gehört die Ausrottung der Koka-Plantagen in Kolumbien und anderen Ländern Lateinamerikas zur absoluten Priorität für dieselben unsere Partner“, fügte er an.

Moskau besteht auf einer völligen Vernichtung der Opiummohn-Anbauflächen in Afghanistan. Die in Afghanistan stationierten Nato-Truppen lehnen jedoch solche Schritte ab, weil sie befürchten, dass dies die afghanischen Bauern zum Beitritt zu den Taliban bewegen würde.

Afghanistan ist weltweit der Spitzenreiter unter allen Drogenproduzenten, mehr als 80 Prozent der gesamten in der Welt produzierten und illegal verbreiteten Opiate entfallen auf dieses Land.

Laut Angaben der russischen Drogenaufsichtsbehörde werden in Afghanistan jährlich 150 Milliarden Dosen an Heroin und fast 30 Milliarden Dosen an Haschisch produziert. Die Rauschgiftmittel werden dann über Tadschikistan und Pakistan nach Europa und Russland geschmuggelt.

30 000 bis 40 000 Menschen sterben in Russland jährlich an Drogenkonsum. Russland nimmt beim Konsum von Heroin den ersten Platz in der Welt ein, 21 Prozent aller in der Welt produzierten Heroinmengen und fünf Prozent aller opiumhaltigen Rauschgifte werden in Russland konsumiert. Laut dem Jahresbericht für 2010 vom UN-Ausschuss für Drogenkontrolle zählt Russland fast 2,5 Millionen Rauschgiftsüchtige. 1,68 Millionen Einwohner, das heißt fast 90 Prozent der russischen Drogenabhängigen, nehmen Opiate, vor allem Heroin afghanischer Herkunft.

Russland zählt insgesamt fast 142 Millionen Einwohner.

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