16:12 31 August 2016
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Krieg gegen Iran beginnt kurz nach Sturz von Assad Experte

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Ein Krieg gegen den Iran wird nach Ansicht des russischen Asien-Experten Alexander Skakow einen Monat nach dem Sturz des Regimes von Syriens Präsident Baschar al-Assad beginnen.

Ein Krieg gegen den Iran wird nach Ansicht des russischen Asien-Experten Alexander Skakow einen Monat nach dem Sturz des Regimes von Syriens Präsident Baschar al-Assad beginnen.

„Sobald das Regime von Assad fällt, kann man davon sprechen, dass der Krieg gegen den Iran einen Monat bzw. einige Wochen danach beginnt“, äußerte der Koordinator der Arbeitsgruppe des Zentrums für Studien Zentralasiens, des Kaukasus und der Ural-Wolga-Region des Orientalistik-Instituts der russischen Akademie der Wissenschaften am Donnerstag bei einer Pressekonferenz bei RIA Novosti.

Laut seiner Prognose werden Georgien, die Türkei und Israel sowie einige Golf-Monarchien, unter anderem Saudi-Arabien und Katar, zur Anti-Iran-Koalition gehören.

„Georgien wird alles tun, was die USA wünschen“, äußerte der Experte. „Diese Frage wurde beim jüngsten Treffen zwischen Barack Obama und Michail Saakaschwili diskutiert. Natürlich wird Georgien den Amerikanern auch jeden beliebigen Aufmarschraum anbieten.“

Im Falle einer Aggression gegen den Iran könnte sich Aserbaidschan zu einem militärischen Abenteuer in Berg-Karabach entschließen. „Im Falle eines Krieges gegen den Iran würde Baku Zeit bekommen, um ernsthafte Vorteile an der Frontlinie um Berg-Karabach zu erkämpfen und dort dominierende Positionen einzunehmen“, prognostizierte Skakow.

Sergej Michejew, Generaldirektor des Instituts für die Zusammenarbeit im Raum des Kaspischen Meeres, meinte dagegen, dass sich die USA kaum vor den Präsidentenwahlen im November zu einer bewaffneten Aktion gegen den Iran entschließen würden.

„Es sei denn, dies wird es eine äußerst erfolgreiche und sehr schnelle Aktion sein, die auf lokale Schläge gegen die Nuklearzentren begrenzt ist“, so Michejew. „Eine großangelegte Operation, an der auch das Heer teilnehmen würde, könnte aber Monate dauern und damit ein großes Problem für Obama im Vorfeld der Wahlen werden.“

Jede Militäroperation würde sich nicht nur auf die Stabilität der Staaten der Region auswirken, sondern auch die Infrastrukturprojekte im Raum des Kaspischen Meeres beeinträchtigen, sagte Michejew. Praktisch unvermeidlich erscheine dabei eine militärische Präsenz von Drittländern in diesem Raum, wo es zu Kampfhandlungen kommen werde. Damit werde auch die Sicherheit Russland „infolge der USA-Experimente im Iran“ gefährdet.

Als Folge bekomme Russland „einen ohnehin instabilen Nordkaukasus, ein in den Krieg einbezogenes Aserbaidschan, die aserbaidschanisch-armenischen Probleme um Berg-Karabach und Probleme im Süden des Kaspi-Raums“. Dies würde „separatistische terroristische Bewegungen im Nordkaukasus anspornen“, schlussfolgerte Michejew.

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