03:26 26 August 2016
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Afghanische Senatoren besorgt über wachsenden Volksaufstand gegen Taliban

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Die radikalislamischen Taliban stoßen bei der afghanischen Bevölkerung immer mehr auf Ablehnung. Die Parlamentsabgeordneten halten den zunehmenden Volksaufstand für „äußerst gefährlich“.

Die radikalislamischen Taliban stoßen bei der afghanischen Bevölkerung immer mehr auf Ablehnung. Die Parlamentsabgeordneten halten den zunehmenden Volksaufstand für „äußerst gefährlich“. 

Der Aufstand begann vor zwei Monaten in der Provinz Ghasni, als die Bewohner die Forderung der Taliban, die Schulen zu schließen, ablehnten. In der Region entflammten zahlreiche Gefechte zwischen Zivilisten und den Taliban. Ähnliche Lokal-Aufstände gab es auch in den Provinzen Faryab, Paktia, Laghman und Nangahar. Im Kreis Hesarak konnte die Volkswehr nach Behördenangaben rund 80 Prozent der Ortschaften von den Taliban befreien.

Diese Ereignisse standen am Sonntag während einer Tagung des afghanischen Senats im Mittelpunkt. „Der Volksaufstand ist Folge der Unfähigkeit der Regierung, die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten“, sagte Mohamad Faisi, Senator von der Provinz Panjshir. Nach seinen Worten kann dieser Aufstand „dem afghanischen Staat nur schaden“. Die Abgeordnete von der Provinz Kabul, Soheilja Scharifi mutmaßte, dass der Aufstand von ausländischen Geheimdiensten organisiert worden sei, nachdem die Regierung in Kabul die Menschen im Stich gelassen habe. „Wenn der Staat den Aufruhr nicht kontrolliert, übernehmen andere die Kontrolle“, sagte sie.

Auch der Senator von der Provinz Kandahar, Bismilla Afghanmal, zeigte sich beunruhigt: „Die westliche Truppenkoalition, die Afghanistan verlässt, hinterlässt einen Staat, der von Rassen- und ethnischen Widersprüchen zerrissen wird.“ Der Senat hat beschlossen, einen Ausschuss zu bilden, der die Ursachen und die Finanzierung der Anti-Taliban-Aufstände klären soll.

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