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21:17 18 April 2015
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Verbot im letzten Moment: Noch immer keine Schwulen-Parade in Russland

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(aktualisiert 20:54 22.12.2014) Zum Kurzlink
Verbot der “Homo-Propaganda” in Russland (104)
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Die Behörden der mittelrussischen Stadt Kostroma, wo am Wochenende erstmals ein genehmigter Umzug und zwei Kundgebungen für Toleranz gegenüber Lesben und Schwulen hätten stattfinden sollen, haben den LGBT-Aktivisten eine kurzfristige Absage erteilt, so das Portal GayRussia.ru.

Die Behörden der mittelrussischen Stadt Kostroma, wo am Wochenende erstmals ein genehmigter Umzug und zwei Kundgebungen für Toleranz gegenüber Lesben und Schwulen hätten stattfinden sollen, haben den LGBT-Aktivisten eine kurzfristige Absage erteilt, so das Portal GayRussia.ru.

Die Kleinstadt ca. 300 Kilometer nordöstlich von Moskau wäre laut Medienberichten beinahe zum ersten Austragungsort eines „CSD“ (Christopher Street Day – unter diesem Motto finden alljährlich weltweit schwul-lesbische Festivals statt) in Russland geworden. 

Im März hatte ein Bezirksgericht in Kostroma das Verbot der Gay-Parade im Vorjahr für ungesetzlich erklärt, was den neuerlichen Vorstoß der LGBT-Bewegung möglich machte. 

Die Behörden hatten zunächst den geplanten Veranstaltungen ein historisches Ok erteilt – unter der Bedingung, dass diese nicht im Zentrum, wie von den Organisatoren geplant, sondern in einem Industriebezirk am Stadtrand stattfinden.

„Der Gay-Paraden-Umzug ist im Zusammenhang mit der Nähe der Route mit einem Straflager für besonders gefährliche Verbrecher verboten worden, und die Demonstrationen wegen eines Gebrechens an einer Wasserleitung an der Lenin-Straße auf Höhe der Hausnummer 142“, teilt die Stadtverwaltung von Kostroma mit. Eine alternative Route wurde von den Behörden nicht vorgeschlagen. 

Wie Nikolai Alexejew vom Gay-Pride-Organisationskomitee mitteilte, werden die LGBT-Aktivisten gegen das neuerliche Verbot Klage einreichen. 
Am 17. Mai hatte auf dem Marsfeld im Zentrum von Sankt Petersburg eine Demonstration für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern stattgefunden. Auch in Tiflis gab es eine Kundgebung für LGBT-Rechte, die jedoch faktisch abgebrochen werden musste, da mehrere tausend Schwulengegner sich vor dem Parlament versammelt hatten und die Teilnehmer buchstäblich vom Platz jagten. Rund 30 Menschen wurden verletzt.

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