21:49 26 Juli 2016
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Zwangsstopp von Morales-Präsidentenjet: Bolivien fordert Strafen

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Bolivien will sich laut Außenminister David Choquehuanca nicht mit den Entschuldigungen europäischer Länder für den Zwischenfall mit dem Flugzeug von Präsident Evo Morales zufriedengeben und fordert eine Bestrafung der Schuldigen.

Bolivien will sich laut Außenminister David Choquehuanca nicht mit den Entschuldigungen europäischer Länder für den Zwischenfall mit dem Flugzeug von Präsident Evo Morales zufriedengeben und fordert eine Bestrafung der Schuldigen.

„Wir haben die Entschuldigungen Spaniens und anderer Länder erhalten und werden sie jetzt analysieren“, wird der Minister von lateinamerikanischen Medien zitiert. Seinen Worten nach reichen Entschuldigungen allein nicht aus, um diesen Zwischenfall als beigelegt zu betrachten.

In diesem Zusammenhang forderte Choquehuanca, dass die konkreten Schuldigen an der Situation genannt werden, die das Leben des bolivischen Präsidenten gefährdet hätte. Die europäischen Länder müssten sich „nicht nur entschuldigen, sondern auch die Schuldigen feststellen, damit sich Derartiges nicht wiederholt“. 

Die Teilnehmer an einem Gipfel des Südamerikanischen Gemeinsamen Marktes (Mercosur), der am 12. Juli in Montevideo, der Hauptstadt von Uruguay, stattgefunden hatte, hatten sich ihm zufolge geeinigt, ihre Botschafter in Spanien, Italien, Portugal und Frankreich zu Konsultationen einzubestellen, um ausführlichere Informationen über den Zwischenfall zu erhalten.

Das Flugzeug von Morales, mit dem der Präsident vom Moskauer Forum Gas exportierender Länder in die Heimat zurückkehrte, musste am 2. Juli in Wien zwischenlanden, weil ihm mehrere europäische Länder die Überflugrechte verweigert hatten. Grund für den Vorfall war die falsche Annahme, dass sich der von den USA gesuchte Ex-Geheimdienstler Edward Snowden an Bord des Präsidentenjets befinde.

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