02:04 29 Juli 2016
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Palästinenser-Chef bewegt Israel und Ägypten zur Schwächung der Gaza-Blockade

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Der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, hat Israel und Ägypten dazu bewogen, die Grenzsanktionen gegen den Gaza-Streifen, der von der oppositionellen islamistischen Hamas-Bewegung regiert wird, zu mildern.

Der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, hat Israel und Ägypten dazu bewogen, die Grenzsanktionen gegen den Gaza-Streifen, der von der oppositionellen islamistischen Hamas-Bewegung regiert wird, zu mildern.

Wie RIA Novosti von Grenzschutz-Sprechern der 1,5-Millionen-Enklave erfuhr, soll Ägypten am Mittwoch, nach einer mehr als einwöchigen Pause, Rafah, den einzigen Übergang an der Grenze zwischen Ägypten und dem Gaza-Streifen, wieder öffnen. Israel soll erstmals seit mehreren Jahren eine Lieferung von Baumaterialien für Privathäuser in den Gaza-Streifen lassen. Bis jetzt waren Zement und Schotter faktisch den Erzeugnissen der Doppelbestimmung gleichgestellt und nur für Projekte eingeführt worden, die unter der Schirmherrschaft der Völkergemeinschaft umgesetzt wurden. 

„Nachdem Präsident Mahmud Abbas in diese Angelegenheit eingegriffen hatte, haben die israelischen Behörden erstmals seit nahezu sieben Jahren darin eingewilligt, Baumaterialien für die Belange der Privatwirtschaft über die Grenze transportieren zu lassen“, so Raid Fattuh, Chef des palästinensischen Hauptamtes für Grenzkoordinierung. Nach seinen Angaben sollen 20 Lastwagen mit Zement und 40 Lastwagen mit Schotter in den Gaza-Streifen fahren. 

 

Die ägyptischen Behörden werden auf Bitte von Abbas den Grenzverkehr  in Rafah, dem einzigen Tor zur Außenwelt für die Bewohner des Gaza-Streifens, wieder aufnehmen. 

 

Laut inoffiziellen Informationen von palästinensischer Seite soll die Grenze  am Mittwoch und Donnerstag für jeweils vier Stunden geöffnet sein. Das Problem bleibe jedoch ungelöst, so der Gesprächspartner der Agentur. Denn für die Ausreise seien mehr als 5000 Menschen angemeldet und das Durchlassvermögen des Grenzüberganges Rafah betrage 100 bis 200 Menschen pro Tag.  

 

Die neuen ägyptischen Militärbehörden hatten den Palästinensern vorgeworfen, in Kontakt mit den auf Sinai agierenden bewaffneten Islamisten zu stehen und den entmachteten Präsidenten Mohammed Mursi zu unterstützen. Aus diesem Grund schließt  Ägypten regelmäßig und auf  Dauer den Grenzübergang Rafah und ist jetzt dabei, hunderte Tunnels zu zerstören, die die gemeinsame Grenze unterqueren und für das Einschleusen von Menschen und Gütern genutzt werden.

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