04:11 31 August 2016
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Lauschangriff in Paris: NSA-Geheimdokumente belasten Mossad

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Der Versuch, das Büro des französischen Präsidenten zu verwanzen, geht laut „Le Monde“ möglicherweise nicht auf das Konto der NSA, sondern des israelischen Geheimdienstes Mossad. Die Zeitung beruft sich dabei auf bisher unveröffentlichte Dokumente der National Security Agency.

Der Versuch, das Büro des französischen Präsidenten zu verwanzen, geht laut „Le Monde“ möglicherweise nicht auf das Konto der NSA, sondern des israelischen Geheimdienstes Mossad. Die Zeitung beruft sich dabei auf bisher unveröffentlichte Dokumente der National Security Agency. 

Die Rede ist von dem Versuch, zwischen dem ersten und zweiten Wahlgang im Mai 2012 im Elysee-Palast, wo das Präsidentenbüro und die gesamte Administration untergebracht sind, Abhörgeräte und Spähprogramme zu installieren. 

Das NSA-Dokument, auf das sich das französische Blatt bezieht, war im April 2013 aus den USA nach Paris geschickt worden. Es handelt sich um die Antwort auf eine Anfrage der französischen Geheimdienste. Laut den NSA-Daten hatte keiner der US-Geheimdienste bei dem Vorfall im Elysee-Palast die Finger im Spiel. Auch die britischen, kanadischen, australischen und neuseeländischen Aufklärungs-Agenten seien nicht beteiligt gewesen.

Was die israelischen Geheimdienste betrifft, konnte die NSA „nicht feststellen, ob der Mossad oder die technische Administration der israelischen Aufklärung etwas damit zu tun hatte“, so „Le Monde“.

Die Berichte über die möglichen „Wanzenleger“ im französischen Präsidentensitz waren vor dem Hintergrund des Spionage-Skandals zwischen den USA und der EU aufgetaucht, der in der letzten Woche einen neuen Höhepunkt erreicht hatte. Den Hinweis auf die Tätigkeiten der US-Geheimdienste stammen von dem nach Russland geflüchteten Whistleblower Edward Snowden.


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