22:47 30 August 2016
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Saudi-Arabien will Regimegegner in Syrien mit Bazookas ausrüsten Zeitung

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Die Regierung Saudi-Arabiens ist vom Verlauf der Friedensverhandlungen bei der Konferenz „Genf 2“ enttäuscht und will die syrische Opposition mit Bazookas ausrüsten, schreibt die Zeitung „The Wall Street Journal“ unter Berufung auf diplomatische Quellen und Vertreter der syrischen Regimegegner.

Die Regierung Saudi-Arabiens ist vom Verlauf der Friedensverhandlungen bei der Konferenz „Genf 2“ enttäuscht und will die syrische Opposition mit Bazookas ausrüsten, schreibt die Zeitung „The Wall Street Journal“ unter Berufung auf diplomatische Quellen und Vertreter der syrischen Regimegegner.

Laut einem Diplomaten aus einem arabischen Land, der anonym bleiben wollte, hat Saudi-Arabien den Regimegegnern Lieferungen der tragbaren Fla-Raketenkomplexe angeboten. Das Angebot wurde Ende Januar, nach Abschluss der 1. Runde der Genfer Friedensgespräche, bei einem Treffen von Vertretern der Geheimdienste der USA und Saudi-Arabiens sowie anderer Golfländer mit Regimegegnern unterbreitet. Bei diesem Treffen äußerten die Seiten außerdem ihr Bedauern, dass die Delegation der syrischen Regierung in Genf nicht bereit sei, eine Absetzung von Präsident Baschar al-Assad zu diskutieren.

Die Behörden Saudi-Arabiens verweigern vorerst jeden Kommentar zu diesen Berichten.

Die USA hatten mehrmals erklärt, dass sie gegen Lieferungen solcher Waffen an die syrische Opposition sind, weil sie befürchten, dass diese Waffen später gegen Länder des Westens eingesetzt werden könnten. Saudi-Arabien sei bisher ebenfalls diesem Kurs gefolgt, schreibt die Zeitung. Ein Sprecher des Weißen Hauses bestätigte am Freitag gegenüber der Zeitung, dass die Position der USA zu dieser Frage unverändert bleibe.

Vertreter der syrischen Regierungsgegner erklären unterdessen, dass ihnen der Umfang der geplanten Lieferungen vorerst nicht bekannt sei. Sie würden allerdings „eine beträchtliche Menge“ dieser Waffen erwarten. Die Lieferungen sollen von Depots in der Türkei und in Jordanien erfolgen, wo diese Waffen lieferbereit vorhanden seien.

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