09:16 30 August 2016
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Kiew: Nationalistenchef fordert Bewaffnung der Ukrainer

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Der ukrainische Nationalistenführer und Präsidentschaftskandidat Dmitri Jarosch hat die Übergangsregierung in Kiew aufgefordert, Waffen an die Ukrainer zu verteilen.

Der ukrainische Nationalistenführer und Präsidentschaftskandidat Dmitri Jarosch hat die Übergangsregierung in Kiew aufgefordert, Waffen an die Ukrainer zu verteilen.

„Die ukrainische Macht muss unverzüglich mit der Massenbewaffnung unserer Bürger beginnen“, sagte Jarosch, Chef der paramilitärischen Nationalistenbewegung „Rechter Sektor“, am Freitag in Kiew. Er appelliere „persönlich an den Obersten Befehlshaber Alexander Turtschinow.“

Jarosch hatte Anfang März den tschetschenischen Topterroristen Doku Umarow öffentlich um Hilfe im Kampf gegen Russland gebeten, woraufhin Russland ihn wegen Aufwiegelung zum Terrorismus international zur Fahndung ausschrieb.

Der „Rechte Sektor“ ist mit der rechtsextremen Swoboda-Partei verbunden, die nach dem Februar-Umsturz in Kiew zur neuen ukrainischen Regierungskoalition gehört. Während des Umsturzes plünderten Kämpfer des „Rechten Sektors“ Waffendepots aus und besetzten Verwaltungsgebäude. Jetzt unterstützen sie die ukrainische Armee bei der Niederschlagung von Massenprotesten in der Ost-Ukraine.

Die Opposition hatte im Februar den Staatschef Viktor Janukowitsch gestürzt und eine Übergangsregierung gestellt. Von russischsprachigen Einwohnern dominierte Gebiete im Osten und Süden der Ukraine haben die neue, von Nationalisten geprägte Regierung in Kiew nicht anerkannt. In Donezk, Charkow, Lugansk und anderen Städten demonstrierten tausende Menschen für eine Föderalisierung der Ukraine. Aktivisten besetzten Verwaltungsgebäude und bauten Barrikaden.

Daraufhin ordnete die Regierung in Kiew eine „Anti-Terror-Operation“ unter Einsatz der Armee in den Protestregionen an. Bei Zusammenstößen gab es Tote und Verletzte. Am 17. April einigten sich die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und die Außenminister Russlands, der USA und der Ukraine bei Krisengesprächen in Genf unter anderem darauf, dass alle illegalen bewaffneten Formationen entwaffnet werden und Plätze und Straßen verlassen müssen.

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