07:52 29 Juli 2016
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Umfrage: Drei Viertel der Deutschen lehnen Wirtschaftssanktionen gegen Russland ab

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Eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa hat ergeben, dass die Deutschen zunehmend über die Situation in der Ukraine beunruhigt sind und in ihrer Mehrheit Wirtschaftssanktionen gegen Russland ablehnen. Es handelt sich bereits um die zweite Umfrage zu den Ereignissen in der Ukraine sowie zu den Auswirkungen auf das deutsch-russische Verhältnis, die die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) seit Beginn der Ukraine-Krise in Auftrag gegeben hatte.

Eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa hat ergeben, dass die Deutschen zunehmend über die Situation in der Ukraine beunruhigt sind und in ihrer Mehrheit Wirtschaftssanktionen gegen Russland ablehnen. Es handelt sich bereits um die zweite Umfrage zu den Ereignissen in der Ukraine sowie zu den Auswirkungen auf das deutsch-russische Verhältnis, die die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) seit Beginn der Ukraine-Krise in Auftrag gegeben hatte.

In dem RIA Novosti von der AHK übergebenen Material zu den Ergebnissen der am 15./16. April unter mehr als 1000 Bundesbürgern geführten Umfrage heißt es, dass insbesondere ältere Bürger über 60 Jahre überdurchschnittlich häufig angegeben haben, sehr besorgt zu sein.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Eine wachsende Mehrheit (73 Prozent) der Deutschen lehnt dennoch Wirtschaftssanktionen gegen Russland ab. Bei einer ersten Umfrage im März waren dies noch 69 Prozent. Die Befragten glauben nach wie vor nicht, dass Wirtschaftssanktionen gegenüber Russland ein wirksames Mittel darstellen, um die politische Krise in der Ukraine zu lösen. Nur 22 Prozent der Befragten gehen noch davon aus, dass wirtschaftliche Sanktionen einen konfliktlösenden Beitrag leisten können. Ein Großteil der Bundesbürger (89 Prozent) ist zudem überzeugt, dass Wirtschaftssanktionen nicht in erster Linie Russland allein, sondern vor allem auch der EU und den russischen Anrainerstaaten schaden würden. Zunehmend kritischer wird auch eine etwaige EU-Mitgliedschaft der Ukraine eingeschätzt. 59 Prozent der Deutschen lehnen inzwischen eine Aufnahme ab, gegenüber 55 Prozent im Monat März. Nur noch 28 Prozent befürworten eine Aufnahme in den nächsten Jahren.

Das Interesse an der Situation in der Ukraine bleibt aber hoch: Auch Mitte April interessierten sich noch immer 73Prozent der Bundesbürger stark oder sehr stark für die Ereignisse in der Ukraine. Deutlich über die Hälfte empfinden die Situation und ihre Hintergründe allerdings als schwer nachvollziehbar und unverständlich. Während einen Monat zuvor noch 48 Prozent der Befragten angaben genug zu wissen, um die Situation richtig einschätzen zu können, glaubten dies im April nur noch 39 Prozent. Zugleich ist die Mehrheit der Deutschen über die andauernde angespannte Situation besorgt: 88 Prozent geben an sehr oder etwas beunruhigt zu sein.

Zuversichtlicher zeigen sich die Befragen beim Thema Energieversorgung. Mehr als die Hälfte der Deutschen (54 Prozent) glaubt nicht, dass es durch den Ukraine-Konflikt zu Engpässen bei der Energieversorgung in Deutschland kommen wird. Das ist im Vergleich zum März eine Zunahme um fünf Prozent. 42 Prozent der befragten Deutschen rechnen weiter mit Engpässen. Etwas mehr als zwei Drittel halten Russland für einen verlässlichen Energielieferanten für die Europäische Union. Damit hat das Vertrauen trotz des Konfliktes im Vergleich zum Vormonat sogar leicht zugenommen.

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