22:46 30 August 2016
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Schießt Kiew mit ballistischen Raketen? Milizen wollen scharfen Sprengkopf gefunden haben

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Die ostukrainischen Milizen wollen den Sprengkopf einer der ballistischen Raketen gefunden haben, mit denen die Kiewer Armee laut CNN zuvor die Regierungsgegner beschossen haben soll. Der knapp zwei Meter große Sprengkopf, der bisher nicht explodiert ist, liegt am Bahnhof Wergunka im Gebiet Lugansk, wie RIA Novosti von der Volkswehr erfuhr.

Die ostukrainischen Milizen wollen den Sprengkopf einer der ballistischen Raketen gefunden haben, mit denen die Kiewer Armee laut CNN zuvor die Regierungsgegner beschossen haben soll. Der knapp zwei Meter große Sprengkopf, der bisher nicht explodiert ist, liegt am Bahnhof Wergunka im Gebiet Lugansk, wie RIA Novosti von der Volkswehr erfuhr.

„Ich war selber heute dort, wo dieser Sprengkopf liegt“, teilte der Kommandant von Lugansk, Sergej Gratschow, am Mittwoch RIA Novosti am Telefon mit. Die Explosion sei ausgeblieben, so dass der Sprengkopf unversehrt sei. „Er (der Sprengkopf – Red.) ist groß, kaum kleiner als ich mit meinen 1,88 m.“

Zuvor hatte der Sprecher des Kiewer Sicherheits- und Verteidigungsrates, Andrej Lyssenko, angekündigt, Staatspräsident Pjotr Poroschenko habe bei einer neuen Offensive eine „unangenehme Überraschung“ für die Volksmilizen vorbereitet. Am Dienstag berichtete der Fernsehsender CNN unter Berufung auf US-Geheimdienstkreise, dass die Kiewer Armee gegen die östlichen Regionen erstmals ballistische Raketen eingesetzt habe. Das Militär habe zwei Tage lang mehrere Raketen mit 454-kg-Sprengköpfen und einer Reichweite von rund 90 Kilometern abgefeuert. „Das ist die bislang zerstörerischste Waffe, die im Ukraine-Konflikt zum Einsatz kam“, so CNN. Der Sicherheits- und Verteidigungsrat in Kiew wies diese Information als falsch zurück.

Die Kiewer Regierung hatte im April Panzer, Kampfjets und Artillerie gegen die östlichen Industrie-Regionen Donezk und Lugansk geschickt, weil diese den nationalistisch geprägten Februar-Umsturz nicht anerkannt und „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Bei dem noch immer andauernden Militäreinsatz gibt es zahlreiche zivile Opfer, aber auch schwere Zerstörungen in Wohngebieten. Kiew bezeichnet die Aufständischen als „Terroristen“ und wirft Russland vor, diese heimlich zu unterstützen. Russland weist den Vorwurf zurück und verurteilt Kiews Militäreinsatz als Krieg gegen das eigene Volk.

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