04:34 24 August 2016
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Setzt Kiew ballistische Raketen gegen Volkswehr ein?

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Den von RIA Novosti befragten Experten zufolge handelt es sich bei dem vermutlichen Einsatz von ballistischen Raketen (das schlagkräftigste Geschoss der ukrainischen Armee) durch Kiew gegen die Aufständischen um eine Notlösung.

Den von RIA Novosti befragten Experten zufolge handelt es sich bei dem vermutlichen Einsatz von ballistischen Raketen (das schlagkräftigste Geschoss der ukrainischen Armee) durch Kiew gegen die Aufständischen um eine Notlösung.

Vor einigen Tagen hatte CNN unter Berufung auf drei Quellen in den US-Geheimdiensten berichtet, dass das ukrainische Militär ballistische Kurzstreckenraketen im Osten des Landes einsetzt. Die CNN-Quellen konnten allerdings nicht mitteilen, wo diese Raketen einschlugen und welchen Schaden sie verursachten.. Nach Angaben der Aufständischen wurden im Gebiet Lugansk Fragmente vom Gefechtskopf einer ballistischen Rakete gefunden. Es handele sich um die besonders zerstörerische Waffe, die bislang im Konflikt eingesetzt worden sei, so CNN.

Kiew dementierte offiziell den Einsatz von ballistischen Raketen. Wie der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der Ukraine, Andrej Lyssenko, mitteilte, werden Raketen dieser Art nicht eingesetzt, weil sie einen viel zu großen Schaden anrichten.

Notlösung

Nach Ansicht des Militärexperten Konstantin Siwkow wurden „Raketensysteme des Typs Totschka mit erhöhter Präzisionsfähigkeit eingesetzt“. Dies sei „die stärkste Waffe, über die die ukrainische Armee verfügt“.

Dem Experten zufolge greift die ukrainische Armee zu dieser Notlösung, weil sie nicht in der Lage ist, sich zu schützen. „Offenbar reicht die schwere Artillerie nicht aus, um die Aufgaben zur Niederschlagung der Selbstverteidigungskräfte und der zivilen Einwohner zu lösen“, so der Experte.

Unterstützung durch die USA?

Auch der Direktor des Zentrums für  Analyse des globalen Waffenhandels, Igor Korotschenko, teilt diese Meinung. „In der Ukraine gibt es nur einen Typ von ballistischen Raketen – der operativ-taktische Raketenkomplex des Typs ‚Totschka’“. „Der  Einsatz dieser Waffe durch die Ukraine ist ein weiterer Schritt zur Eskalation des Konfliktes. Zudem handelt es sich um einen übermäßigen Gewalteinsatz in einem Bürgerkrieg“, so der Experte.

Totschka-Raketen können Ziele in einer Entfernung von rund 100 km treffen.

Diese Raketen können nur mithilfe digitaler Karten eingesetzt werden, die sich auf Satellitendaten stützen.

„Angesichts der Tatsache, dass es in der Ukraine keine Satelliten für die Erstellung von digitalen Karten gibt, liegt es auf der Hand, dass diese Informationen vom Pentagon bereitgestellt werden“, so der Experte.

Zudem hätten US-Vertreter zuvor erklärt, dass sie den ukrainischen Behörden Aufklärungsdaten über die Aufständischen bereitstellen würden, so Korotschenko.

Gibt es Aufnahmen?

Bei der Antwort auf die Frage, warum sich die USA weigern, die angeblich vorhandenen Aufnahmen der Raketenstarts zu zeigen, äußerte Experte Siwkow Zweifel an der Existenz solcher Aufnahmen. „Sie haben wohl keine Aufnahmen. Das ist wie mit der Geschichte um die Boeing 777 – ‚Wir haben zwar alles, legen jedoch nichts vor’“, so Siwkow.

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