05:09 30 August 2016
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Medien: Ukrainische Armee beschießt Lugansk mit ballistischen Raketen

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Die ukrainische Armee soll bei den Kämpfen gegen Regierungsgegner im Osten des Landes erneut ballistische Raketen eingesetzt haben. In Lugansk wurde ein Bruchstück der Rakete gefunden.

Die ukrainische Armee soll bei den Kämpfen gegen Regierungsgegner im Osten des Landes erneut ballistische Raketen eingesetzt haben. In Lugansk wurde ein Bruchstück der Rakete gefunden.

Lugansk sei mit Raketen vom Typ Totschka-U angegriffen worden, berichtete der russische Nachrichtensender Rossija 24. Der Sender zeigte ein Bruchstück der Rakete, der in einem Stadtviertel lag. Experten bestätigen, dass es sich dabei um einen Teil der  Totschka-U handle.  „Diese Rakete erinnert an das operativ-taktische System Totschka-U, das zur Bewaffnung der ukrainischen Armee gehört“, kommentierte Igor Korotschenko, Chefredakteur der Militärzeitschrift „National Defence“. „Da der ukrainische Generalstab keine digitalen Landkarten der Gegend hat und die Soldaten nur schlecht qualifiziert sind, kann der Einsatz dieser Raketenklasse zu massiven und zielungenauen Zerstörungen ziviler Anlagen und zum Tod von Dutzenden führen.“

Bereits im Juli hatte der Fernsehsender CNN unter Berufung auf US-Geheimdienstkreise berichtet, dass die Kiewer Armee gegen die östlichen Regionen ballistische Raketen eingesetzt habe. Tags später meldeten die ostukrainischen Milizen, sie hätten einen fast zwei Meter großen Sprengkopf gefunden. Russischen Militärexperten zufolge handelt es sich um Raketen des Typs „Totschka-U“ mit einer Reichweite von rund 100 km. Dies bestätigte auch ein Nato-Sprecher inoffiziell gegenüber der Deutschen Welle. Die Regierung in Kiew bestreitet den Einsatz ballistischer Raketen.

Totschka-U (Nato-Code SS-21 Scarab) ist eine taktische ballistische Boden-Boden-Rakete aus sowjetischer (russischer) Produktion mit einer Reichweite von maximal 185 km. Die Rakete kann sowohl mit einem Splitter- als auch mit einem nuklearen oder chemischen Gefechtskopf bestückt werden. Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 waren rund hundert solche Raketen in der unabhängig gewordenen Ukraine geblieben.

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