08:02 31 August 2016
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Lugansk: Milizen berichten von „Hunderten Toten“ durch Dauerbeschuss

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Hunderte Zivilisten sind im ostukrainischen Lugansk nach Angaben der dortigen Milizen durch andauernde Artillerieangriffe der Regierungsarmee getötet worden. Die Stadt ist seit 20 Tagen vom Militär blockiert. Es gibt kein Strom; die Lebensmittel und Medikamente gehen zur Neige.

Hunderte Zivilisten sind im ostukrainischen Lugansk nach Angaben der dortigen Milizen durch andauernde Artillerieangriffe der Regierungsarmee getötet worden. Die Stadt ist seit 20 Tagen vom Militär blockiert. Es gibt kein Strom; die Lebensmittel und Medikamente gehen zur Neige.

„Die Zahl der Todesopfer  geht in die Hunderte“, teilte Wassili Nikitin, Vizepremier der nicht anerkannten „Lugansker Volksrepublik“, am Samstag RIA Novosti mit. Durch den Artilleriebeschuss seien Dutzende mehrstöckige Wohnhäuser und Hunderte Privathäuser zerstört worden. Nach seinen Angaben hält die ukrainische Artillerie, die die Vororte kontrolliert, Lugansk seit Tagen unter Beschuss. Die Bergungskräfte seien überfordert. Leichen liegen manchmal tagelang auf der Straße.

Die Gefechte zwischen Militär und bewaffneten Regierungsgegnern in der Ost-Ukraine dauern seit April an. Die ukrainische Übergangsregierung hatte Panzer, Kampfjets und Artillerie gegen die östlichen Industrie-Regionen Donezk und Lugansk geschickt, weil diese den Februar-Umsturz nicht anerkannt und „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Der Militäreinsatz hat nach UN-Angaben bereits mehr als 2000 Zivilisten das Leben gekostet. Zudem gibt es mindestens 100.000 Binnenvertriebene und schwere Zerstörungen in Wohngebieten.

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