20:47 30 August 2016
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Militärparade am Tag der Unabhängigkeit der Ukraine (Archivbild)

Ukraine: Erstmals schlägt in Donezk eine ballistische Rakete ein

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In Donezk ist erstmals eine ballistische Rakete vom Typ Totschka-U explodiert, berichtet ein Korrespondent der RIA Novosti aus der umkämpften Industriemetropole im Osten der Ukraine.

In Donezk ist erstmals eine ballistische Rakete vom Typ Totschka-U explodiert, berichtet ein Korrespondent der RIA Novosti aus der umkämpften Industriemetropole im Osten der Ukraine.

Der Sprengkopf der Rakete explodierte am gestrigen Sonntag in der Luft über dem südwestlichen Stadtbezirk Kirowski. Eine Zivilistin wurde schwer verletzt. Die Frau war zusammen mit ihrem 15-jährigen Sohn nur kurz in dem stark umkämpften Stadtteil vorbeigekommen, um ihr Wohnhaus aufzusuchen, als der Raketenangriff begann. Zudem erlitt ein Mann Verletzungen. Das Triebwerk der Rakete stürzte auf einem unbebauten Gelände im Raum der Pinter-Straße ab. Zuvor bereits waren die Hochburg der Aufständischen Lugansk aber auch Schachtjorsk und Sneschnoje mit Totschka-U-Raketen beschossen worden. Laut Experten sind diese Raketen die zerstörerischste Waffe der ukrainischen Armee.

Bereits im Juli hatte der Fernsehsender CNN unter Berufung auf US-Geheimdienstkreise berichtet, dass die Kiewer Armee gegen die östlichen Regionen ballistische Raketen eingesetzt habe. Tags später meldeten die ostukrainischen Milizen, sie hätten einen fast zwei Meter großen Sprengkopf gefunden. Russischen Militärexperten zufolge handelt es sich um Raketen des Typs „Totschka-U“ mit einer Reichweite von rund 100 km. Dies bestätigte auch ein Nato-Sprecher inoffiziell gegenüber der Deutschen Welle. Die Regierung in Kiew bestreitet den Einsatz ballistischer Raketen.

Totschka-U (Nato-Code SS-21 Scarab) ist eine taktische ballistische Boden-Boden-Rakete aus sowjetischer (russischer) Produktion mit einer Reichweite von maximal 185 km. Die Rakete kann sowohl mit einem Splitter- als auch mit einem nuklearen oder chemischen Gefechtskopf bestückt werden. Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 waren rund hundert solche Raketen in der unabhängig gewordenen Ukraine geblieben.

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