06:46 24 August 2016
Radio
Politik

Kreml will Aufzeichnung von umstrittenem Gespräch Putin-Barroso publik machen

Politik
Zum Kurzlink
Entwicklung in Ostukraine (2318)
090100

Der russische Präsidialstab hat sich bereit erklärt, die Aufzeichnung des umstrittenen Telefongesprächs zwischen Präsident Wladimir Putin und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso publik zu machen. „Es kommt darauf an, alle Missverständnisse aus dem Weg zu räumen“, hieß es in einem am Dienstag veröffentlichten Schreiben von Russlands EU-Botschafter Wladimir Tschischow an Barroso.

Der russische Präsidialstab hat sich bereit erklärt, die Aufzeichnung des umstrittenen Telefongesprächs zwischen Präsident Wladimir Putin und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso publik zu machen. „Es kommt darauf an, alle Missverständnisse aus dem Weg zu räumen“, hieß es in einem am Dienstag veröffentlichten Schreiben von Russlands EU-Botschafter Wladimir Tschischow an Barroso.

Zuvor hatte Putins Berater Juri Uschakow mitgeteilt, dass das von Barroso veröffentlichte „Zitat“ Putins, wonach Russland die ukrainische Hauptstadt Kiew binnen zwei Wochen einnehmen könnte, aus dem Kontext gerissen worden war. „Ich weiß, dass die Administration des russischen Präsidenten sowohl eine schriftliche als auch eine Audioaufzeichnung des Gesprächs hat. Sollten Sie (Barroso) keine Einwände haben, würde der Kreml die Aufzeichnung des Telefonats in den nächsten zwei Tagen zur Verfügung stellen“, betonte Tschischow.

Der Botschafter bezeichnete die Veröffentlichung vertraulicher Gespräche auf derart hoher Ebene als einen Verstoß gegen diplomatische Gepflogenheiten.

Die italienische Zeitung „La Repubblica“ hatte am Vortag berichtet, Barroso habe die Teilnehmer eines EU-Gipfels über sein jüngstes Gespräch mit Putin informiert. „Als ich nach (russischen) Militärs in der Ukraine gefragt hatte, ging der russische Führer zu Drohungen über“, wurde Barroso vom Blatt zitiert. „Das Problem besteht nicht darin… Ich könnte Kiew binnen zwei Wochen einnehmen“, soll Putin laut Barroso gesagt haben. Nach Einschätzung des scheidenden EU-Kommissionspräsidenten wollte der russische Staatschef mit dieser Aussage davor warnen, Russland mit neuen Sanktionen zu provozieren.

 

Themen:
Entwicklung in Ostukraine (2318)
Top-Themen