16:54 30 August 2016
Radio
Ungarns Premier Viktor Orban

Ungarns Premier für beschleunigten Bau von South Stream trotz EU-Kritik

© REUTERS/ Francois Lenoir
Politik
Zum Kurzlink
Bau der South-Stream-Pipeline (209)
0800

Der ungarische Premier Victor Orbán hat erneut seine Entschlossenheit bekundet, trotz der Kritik aus Brüssel seinen Beitrag zur Umsetzung des South-Stream-Projekts für russisches Gas zu leisten, berichtet die tschechische Zeitung „Pravo“ am Mittwoch.

Der ungarische Premier Victor Orbán hat erneut seine Entschlossenheit bekundet, trotz der Kritik aus Brüssel seinen Beitrag zur Umsetzung des South-Stream-Projekts für russisches Gas zu leisten, berichtet die tschechische Zeitung „Pravo“ am Mittwoch.

Orbán sprach darüber mit westlichen Medienvertretern am Tag nach der Billigung eines Gesetzes durch  das ungarische Parlament, mit dem die Inbetriebnahme des ungarischen Pipelinestrangs beschleunigt werden soll. „Deutschland hat die Nord-Stream-Pipeline bereits gebaut, wodurch die Ukraine als eine eventuelle Gefahrenquelle umgangen werden kann. Wir wünschen nichts mehr als das, was Deutschland will“, zitiert die Zeitung Orbán. Ungarn müsse mit Gas versorgt werden – auch in dem Fall, wenn in der Ukraine etwaige Probleme entstehen würden.

Die EU-Kommission bemüht sich gegenwärtig darum, das Projekt zu sperren, das gegen das sogenannte dritte Energiepaket der EU verstößt. Dieses verbietet den Produzenten gleichzeitig auch Gaslieferanten sowie Eigentümer von Transportleitungen in der EU zu sein. Laut Russlands Präsident Wladimir Putin ist das Pipeline-Projekt für die EU vorteilhaft. Die Verzögerung seiner Umsetzung sei nur mit politischen Gründen zu erklären.

Über die rund 2400 Kilometer lange Gaspipeline South Stream zwischen Russland und Italien soll Südeuropa mit Erdgas versorgt werden. Das Projekt hat einen geschätzten Wert von 15,5 Milliarden Euro. Die ersten Lieferungen sind für 2015 geplant. Ein 900 Kilometer langer Teil der Leitung - zwischen der russischen und der bulgarischen Schwarzmeerküste - wird auf dem Meeresgrund in einer Tiefe von bis zu 2000 Meter verlegt. Die geplante Durchsatzkapazität der Pipeline beträgt 63 Milliarden Kubikmeter im Jahr. Das sind etwa 35 Prozent des gesamten europäischen Gasbedarfs. Die Leitung soll die Abhängigkeit von Transitländern, vor allem von der Ukraine und der Türkei, verringern.

Für den Bau der Landabschnitte der Pipeline im Ausland hat Russland bereits Regierungsabkommen mit Bulgarien, Griechenland, Kroatien, Österreich, Serbien, Slowenien und Ungarn unterzeichnet.

Themen:
Bau der South-Stream-Pipeline (209)
GemeinschaftsstandardsDiskussion
via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
Top-Themen