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Russische Touristen in Antalya

Medien: Einbußen für Türkei durch Russlands Sanktionen höher als erwartet

© Sputnik/ Vladimir Vyatkin
Politik
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Der Terrorismus und die russischen Sanktionen haben die türkische Wirtschaft gezwungen, sich auf Schlimmeres vorzubereiten, schreibt The Voice of America.

Zweifellos werde die Tourismusbranche wegen des in dieser Woche in Istanbul verübten Terroranschlags, bei dem 10 deutsche Touristen ums Leben kamen, Schaden nehmen. Sie bringe der türkischen Wirtschaft alljährlich 34 Milliarden US-Dollar, wobei der Anteil deutscher Touristen 15 Prozent betragen habe, betonen die Autoren des Artikels.

„Wer wird jetzt in die Türkei reisen? Nach dem Anschlag ist der türkische Tourismus am Ende“, zitiert VOA den Tourismus-Experten Refet Kayakiran. Viele Deutsche hätten in den letzten Tagen ihre gebuchten Reisen abgesagt, bemerkt er.

Außerdem spüre die türkische Wirtschaft schon die Wirkung der Sanktionen, die Moskau nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets Su-24 durch die Türkei an der Grenze zu Syrien verhängt hatte. Ein großer Teil der russischen einschränkenden Maßnahmen wirke sich auf die Landwirtschaft, den Tourismus- und Banken-Sektor der türkischen Wirtschaft aus, heißt es im Artikel.

Die russischen Sanktionen einerseits und andererseits die terroristische Bedrohung würden einen Domino-Effekt auslösen, der nicht nur Hotels und Badeorte, sondern auch die Inhaber von Geschäften, Taxifahrer und Straßenhändler treffen werde, deren Verdienst ebenfalls von den Touristen abhänge, schreibt VOA unter Berufung auf Refet Kayakiran.

„Das Auffüllen dieser Einbußen kann viele Jahre in Anspruch nehmen. Wie kann man das zählen“, fragt der türkische Experte.

„Russland hat 60 Prozent des ganzes Gemüses und Obstes gekauft, das wir exportieren. Jetzt haben wir das alles verloren. Russland ist für uns ein großer Markt“, zitiert VOA den Präsidenten der Türkischen Assoziation der Obst- und Gemüseverkäufer, Burhan Era.

Nach den Einschätzungen der türkischen Behörden könne die Türkei wegen des russischen Lebensmittel-Embargos etwa 764 Millionen US-Dollar einbüßen. Außerdem habe Russland das Energieprojekt „Turkish Stream“ und den Bau des AKW Akkuyu  auf Eis gelegt. Wie der türkische Politologe Aydın Sezer meint, werden die russischen Sanktionen der Türkei jährlich mehr als 12 Milliarden US-Dollar Einbußen bringen. Und das sei vier Mal so viel, wie die Summe, die unlängst türkische Behörden genannt haben, schreibt The Voice of America.

Eines der führenden türkischen Finanzinstitute Is Bankasi (die erste öffentliche Bank der Türkei – Anm. d. Red.) veröffentlichte einen Bericht, dem zufolge die russischen Sanktionen  den  Lebensmittelexport, aber ebenso die Einnahmen  aus Handel und Bauwesen besonders stark berühren werden. Bestenfalls werde der alljährliche Verlust für Ankara 4,4 Milliarden Dollar, schlimmstenfalls – 7, 3 Milliarden Dollar betragen, wird in dem Artikel bemerkt.

Zum Thema:
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Tags:
Tourismus, Sanktionen, Wirtschaft, Türkei
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Alle Kommentare

  • Germane
    Das ist sehr gut so!
  • Putinowski
    kein Problem , die Türkei handelt jetzt mit geklautem Oil und mit Asylanten
    das wird von Ferkel großzügig bezahlt
  • space-runner
    es kann die türkei nicht hart genug treffen. wie sonst sollte es in dem land veränderung geben?
    schaut euch doch deutschland an. solange es einigermaßen läuft, ändert sich absolut nichts.
    es muß wohl erst immer den einfachen menschen weh tun ehe sie bereit sind, ihren arsch zu bewegen und gegen mißstände aufzutreten.
  • emAntwort anspace-runner(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
    space-runner, die sogenannten einfachen Menschen haben Schmerzen und Sorgen mehr als genug. Kennst Du den Frosch im kochenden Wasser? www.zeitblueten.com/news/frosch-wasser
  • > Bestenfalls werde der alljährliche Verlust für Ankara 4,4 Milliarden
    > Dollar, schlimmstenfalls – 7, 3 Milliarden Dollar betragen,

    Gollum Erdogan kann, sich ja bei der der WTO und dem IFW beschweren
    Gemäss der Logik von Psychopath Gollum Erdogan, ist ein derart
    Geschäfts-schädigendes verhalten ( Sanktion ) eine "Einmischung in die
    innere Angelegenheit der Türkei . . :-)

    Er kann ja mal darüber nachdenken eine Klage auf Schadensersatz
    beim Internationalen Schiedgerichtshof für Arschlöcher, Faschisten und
    Geisteskranke Psychopathen ein zureichen.

    Wenn man es genau betrachtet, sind die Massnahmen, der Russischen
    und Syrischen Streitkräfte die darauf abzielen, die Türkische
    unterstützung der IS-Terror-Brigaden in Syrien zu benden . . .

    "eine Einmischung in die inneren Angelegenheit der Türkei" Das sollte
    doch das als Klagegrund, beim Internationalen Schiedgerichtshof für
    kleine Diktatoren & Faschisten ausreichen.
  • cmhamburgmoeller
    Viele Russen können sich das Reisen wie vor Jahren so oder so nicht mehr richtig leisten und dafür brauchten sie noch nicht einmal eine Sanktion. Aber Potin hat ja gesagt und Potin, Potin, Potin. Aber so ist es nun einmal, in der Türkei brauchst eh Dollar, den Rubel nehmen sie nicht und den werden sie auch nächstes Jahr nicht nehmen, auch ohne Sanktionen. Gleiches gilt auch für Ägypten, vielleicht wird man aber in Syrien bald Urlaub mit Rubels machen können, als kleines Dankeschön von Hr. A.
  • cmhamburgmoeller
    So richtig hat es Potin und Sputnik nicht mit den Zahlen, die vermissen alles und werfen selbst das in den Topf was nicht in die Suppe gehört.
  • blue lable
    weiter so Putin ... den Türken ganz schnell mal beibringen was sie sind in dieser Region ... nämlich gar nichts!!!
  • cmhamburgmoellerAntwort anblue lable(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
    blue lable, sie können Potins Badewannenflotte ganz schnell den Weg in die weite Welt versperren.
  • blue lableAntwort ancmhamburgmoeller(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
    cmhamburgmoeller,
    das wäre ein Kriegsgrund. Und der Anfang vom Ende der Türkei wie man sie seit fast 100 Jahren kannte. Aus der Traum von einer eigenen Nation. Russland kann auch in dem Fall wieder nicht verlieren, zur Not zieht Russland Schiffe aus Wladiwostok zusammen. Russland hat noch nie einen Krieg gegen Türken verloren und hat es in den nächsten 1000 Jahren auch nicht vor. Nur zu!!
  • cmhamburgmoellerAntwort anblue lable(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
    blue lable: Wäre vermutlich eher das Ende der Menschheit (inkl. Potins). Schiffe aus Wladiwostok zusammen ziehen? Hmmm? Fliegen die dann über das Land? Die müssen auch erst einmal ins Mittelmeer kommen und das dieses kein offenes Meer wie der Atlantik und der Pazifik ist, sollte auch einem blauen Label bekannt sein.
  • Denk mit!
    Was die USA macht, kann auch Russland! Wer nicht folgt der muss büßen!
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