13:17 28 Juni 2016
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US-Forscher: Medien "lügen raffiniert" über Russlands Syrien-Einsatz

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Politik
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Stephen Kinzer vom Watson-Institut für Internationale Studien der Brown University hat in einem Artikel für die Boston Globe die Berichterstattung zum Syrien-Krieg als eine der schändlichsten Seiten in der Geschichte der amerikanischen Presse bezeichnet.

Laut Kinzer ist das jüngste Beispiel, wo sich die amerikanischen Medien mit Schande bedeckt haben, die Berichterstattung über die jüngsten Ereignisse in Aleppo. In den letzten Wochen hat die syrische Armee mit russischer Luftunterstützung begonnen, die Gegend von den Militanten zu befreien, die seit drei Jahren die Stadt kontrollieren.

Ihre Herrschaft hatte mit Repressalien an den Zivilisten begonnen. So warnten Rebellen die Einwohner, ihre Kinder nicht zur Schule zu schicken, sonst würden sie „Särge erhalten“, so der Experte. Nach seinen Angaben zerstörten die Militanten mehrere Fabriken — in der Hoffnung, dass sich die nun arbeitslosen Menschen ihnen anschließen würden. Die geraubte technische Ausrüstung übergaben sie der Türkei.

Als Reaktion auf die Offensive der syrischen Armee haben die von der Türkei und Saudi-Arabien unterstützen Kämpfer dieser Tage Raketen auf die friedlichen Stadtbezirke abgefeuert. Doch allein dank der Handlungen der syrischen Regierungstruppen und ihrer Bündnispartner hätten die „Einwohner von Aleppo endlich einen Hoffnungsschimmer erblickt“, schreibt Kinzer.

„Allerdings passt das alles nicht in Washingtons Version. Und so teilen die meisten amerikanischen Ausgaben Tatsachen mit, die dem wirklichen Geschehen widersprechen. In vielen Meldungen heißt es, dass Aleppo drei Jahre lang eine ‚befreite Zone‘ gewesen sei, nun aber erneut werde leiden müssen“, so der Politikwissenschaftler.

Die amerikanischen Medien erzählten, dass der Kampf gegen das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und seine Bündnispartner Russland und Iran eine tugendhafte Sache sei. Es wird angenommen, dass die US-Bürger hoffen sollen, dass die „tugendhafte Koalition der Amerikaner, Türken, Saudis, Kurden und der ‚moderaten Opposition‘ siegen werden“.

Das sei eine „raffinierte Lüge“, konstatiert der Experte. Doch man dürfe die einfachen Amerikaner nicht dafür verurteilen, dass sie das glauben, denn sie hätten praktisch keine wahren Informationen über die kämpfenden Seiten, über deren Ziele und Taktik. Und der größte Teil der Schuld hierfür laste auf den amerikanischen Medien, ist Stephen Kinzer überzeugt.

Nach seinen Worten haben die amerikanischen Medien wegen finanzieller Probleme die Zahl ihrer Auslandskorrespondenten wesentlich reduziert. Viele wichtige Nachrichten über die Ereignisse in der Welt schreiben Journalisten aus Washington. Die Reporter, die das Geschehen in Syrien beleuchten, ließen sich vom Pentagon,  Außenministerium, Weißen Haus und von „Experten“ informieren. Und nach diesem Informationskarussell scheine den Journalisten, dass sie alle Seiten der Frage beleuchtet haben. Und gerade so entstehen die „leeren“ Meldungen, die als Nachrichten aus Syrien gebracht werden.

Die Journalisten in Washington würden zum Beispiel dem Auditorium weise machen, dass die al-Nusra-Front angeblich aus „Rebellen“ oder der „moderaten Opposition“ bestehe, wobei sie verschweigen, dass sie ein Ableger des berüchtigten Terrornetzwerkes Al-Qaida ist. Saudi-Arabien werde als Helfer der Kämpfer um die Freiheit Syriens dargestellt, wobei es in Wirklichkeit die Terrormiliz Daesh (auch Islamischer Staat, IS) finanziere. Die Amerikaner würden auch nichts darüber wissen, dass in der Türkei bereits seit mehreren Jahren „Rattenpfade“ existieren, über die sich Kämpfer aus anderen Ländern den Terroristen in Syrien anschließen. Doch „alles, was Russland und der Iran in Syrien tun, wird einfach deshalb als Destabilisierung dargestellt, weil eben sie es tun – und auch deshalb, weil es Washingtons politischer Linie entspricht“, resümiert Kinzer.

Nach seiner Einschätzung verdrehen amerikanische Politiker für ihren Wahlkampf die Tatsachen. So habe die Ex-Außenministerin Hillary Clinton unlängst erklärt, der Plan der Uno zur Syrien-Regelung sei aufgrund einer amerikanischen Initiative erstellt worden. In Wirklichkeit war es aber genau umgekehrt: Im Jahr 2012 hatten die USA, die Türkei, Saudi-Arabien und Israel den Friedensplan des UN-Generalsekretärs Kofi Annan erfolgreich „scheitern lassen“, weil er vorgesehen habe, in den Prozess der Syrien-Regelung den Iran einzubeziehen und Baschar al-Assad – zumindest zeitweilig – an der Macht zu lassen, bringt Stephen Kinzer in Erinnerung.

Politikern könne man für eine Verzerrung ihrer früheren Taten vergeben, den Regierungen sei es eigen, ihre Interessen voranzubringen. Doch es werde vorausgesetzt, dass die Journalisten „abseits der politischen Eliten und ihrer angeborenen Heuchelei bleiben“ müssen. Im Fall Syriens hätten die amerikanischen Journalisten ein volles Fiasko erlitten, resümiert Stephen Kinzer in seinem Beitrag.

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Tags:
Syrien
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  • Antwort anHubertus(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
    Hubertus,
    Robi ist ein von den VSA bezalter Lügenspion.
    Wir müssen uns gegen solche Feinde weren!!!!!!!!
  • ABC WarriorAntwort an (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
    bernulf,
    ich habe mir ein Parteibuch geholt :]
  • ale_xandria
    Unsere Medien sind noch viel verlogener als die amerikanischen. Unter den amerikanischen Journalisten findet man noch einige, die man mit Recht "investigative Journalisten" bezeichnen darf.
    Wo sind die bei uns? Vor allem bei welchen Medien werden sie gedruckt?
  • tob_bremer
    Na wenigstens haben wir im Westen ja noch Journalismus.
  • altes.fachbuchAntwort anAmbuya(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
    Ambuya,
    die ami's (jeder) sieht diese nation als gottgewollt und als führernation!!
    es bedarf also eines neuen vietnam-schocks, dieses kollektive bewusstsein zu erschüttern und platz für rationalität zu machen! das muss kein gemetzel im nahen osten sein, das könnten auch neue black panther erledigen, oder noch 10 whistleblower...
    naiv ist dort keiner
  • altes.fachbuchAntwort anABC Warrior(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
    ABC Warrior,
    wenn ein abc krieger reformieren will, wieso denke ich an einen kammerjäger;)
    und der witz mit dem parteibuch war gut, du solltest bei der arbeit den atemschutz verbessern!!
  • Andreas Meier
    "Doch man dürfe die einfachen Amerikaner nicht dafür verurteilen, dass sie das glauben, denn sie hätten praktisch keine wahren Informationen"

    Oh doch, das darf man nicht nur das _muss_ man, genau wie beim einfachen Deutschen!

    Denn welche Informationen jemand hat, das ist erstens das eine und zweitens im Internetzeitalter eine äußerst schwache Ausrede.
    Das andere ist, dass jeder einfache Usaner und jeder einfache Deutsche auf dem Hals einen Kopf hat und es sehr wohl seine Schuld ist, wenn er diesen nicht benutzen _will_.
  • Oh Mann
    Lüge bleibt lüge.
    Ob das von Politikern oder von Journalisten kommt, ist vollends belanglos.
    Den deutschen wurde 45 vorgeworfen nichts unternommen zu haben.
    Ich werfe dasselbe jetzt den US Amerikanern vor. Die könnten etwas ändern. Die besitzen allesamt Waffen. U d reichlich Munition.
    Eine Lüge wird nicht zur Wahrheit nur weil es tausend Leute wiederholen.
    Der normale Leut wird eh nur angelogen, das war schon immer so.
    Was die politiker jetzt betreiben ist selbstmord.
    Die werden alle ihre Strafe bekommen. Und wer meint er kommt davon, der wird vom erkennenden Mob gerichtet werden.
    Es wird Blut fließen sehr viel Blut.
  • belli corradoAntwort anale_xandria(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
  • cv20c
    Der kalifornische Gouverneur H. W. Johnson, beklagte 1914: „Das erste Opfer eines jeden Krieges ist die Wahrheit“.
    Es herrscht wieder Krieg, kalter Krieg, alle Zeichen sprechen eindeutig dafür!
    Was dürfen wir also anderes erwarten, als wahrheitsferne Propagandaschlachten?

    Dabei können wir alle noch von Glück reden, wenn die Gefechte zurzeit nur über die Redaktionstische geführt werden.
    Aber jedem heißen Krieg gehrt bekanntlich der mediale Propagandakrieg voraus.
    Der vermeintliche Gegner wird mit journalistischen Mitteln verteufelt und sturmreif geschossen, die Geschichte ist voll mit diesen Beispielen.

    Es ist bereits wieder sehr ernst, gnade uns allen Gott!
  • ABC WarriorAntwort analtes.fachbuch(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
    altes.fachbuch,
    hätteste wohl gern, daß es ein Witz war, da muss ich dich leider enttäuschen, ist zwar noch nicht ganz spruchreif, aber ich halte dich auf dem Laufenden.
    Ich habe gerade ein Dokument angelegt, daß heißt Agenda 2017 ;) im Moment ist es noch leer, aber ich bin da fix, ich habe jedenfalls nicht die Absicht dieses Jahr Dilettanten zu überlassen.

    Haste dir denn das alte Fachbuch von Oscar A.H. Schmitz mal bestellt, was ich dir empfohlen habe ? Kostet nicht viel und könnte eine positive Erweiterung deines Weltbildes sein.

    Ein großer Plan aus Feuer, Luft, Erde und Wasser geschmiedet ;]
  • billyvor
    Offenbar verfolgt der Mann nicht die deutsche Presse.
    Ich bin mir ziemlich sicher, die US-amerikanische könnte von der unsrigen noch lernen.
  • billyvorAntwort anAndreas Meier(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
    Andreas Meier,
    Da gebe ich Ihnen völlig Recht.
    Allerspätestens, seitdem es das Internet gibt, ist die Ausrede "Das hat man doch alles nicht gewusst" (und das später daraus resultierende "Wir konnten doch nichts dagegen tun; das haben wir doch nicht gewollt....") passé und nichts mehr als eine dumme Ausrede.

    In einem totalitären Staat, der seine Bürger möglichst von allen Informationen außer den eigenen abschneidet, mag das greifen.

    In einer Welt, in der Jeder, der nicht zu faul ist, sich Infos zu beschaffen; in der immer mehr Menschen auch Fremdsprachen beherrschen, steht Jedem diese ganze Welt offen, um sich zu informieren.
    Wer nicht - zumindest - das tut, und daraus die Konsequenzen zieht, die ihm möglich sind, macht sich mitschuldig an dem, was seine Regierung/seine Medien treiben.
  • altes.fachbuchAntwort anABC Warrior(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
    ABC Warrior,
    ich komme aus einem land, in dem viel geplant wurde;)
    da will ich nicht mehr zwingend gestalten müssen, mir reicht dagegen zu sein, was die besserkönner verzapfen;)
    ein (oberflächlicher) querblick auf die biographie von schmitz begeistert auch nicht gerade.
    schreibe deine agenda, bis die tage:)
  • ABC WarriorAntwort analtes.fachbuch(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
    altes.fachbuch,
    ich ebenfalls, aber offensichtlich geht es ohne Planung wohl auch nicht.
    Das mit dem Buch war nur ein Lesetipp um die Sichtweise zu vergrößern, aber wenn es nicht genehm ist, will ich Ihnen das auch nicht weiter aufdrängen, es gehört sowieso viel Training dazu, anderen in die Karten zu schauen.

    Och nach 16 Jahren im Consulting Geschäft bin ich es gewöhnt solche Dinge wie eine Agenda usw. auch alleine auszuarbeiten, die ganzen Schafe die sich in einer jungen Partei rumtreiben sind da eh nicht dazu in der Lage,
    und ich hab mein Schafsfell und genügend Kreide immer dabei, damit sie mich nicht erkennen :D
  • einer gibts zu
  • Marcel-ist-online
    Egal was man hier schreibt oder sagt, die USA und die EU ist die Hoffnung der Menschheit.
    Ich habe keine Flüchtlinge gesehen, die nach Moskau wollen. :-)
  • klaus.thomsen
    Alle lügen, nur Sputniknews bringt die Wahrheit! Gratulation!
  • Die organisierten Verbrecher sitzen in den westlichen Regierungen, sie kooperieren mit ihren "Wertegemeinschafts-Freunden" in Saudi-Arabien als "Stabilitätsanker" und haben die Kontrolle über die Propaganda-Macht der Medien.

    Übrigens sollten diese "Medien" noch ganz dringend als den größten Skandal der Weltgeschichte propagieren: "Fußpilz" kommt aus Russland, ist eine wahre Bedrohung für die ganze Welt, und der eigentlich Schuldige für die Fußpilz-Pandemie ist Putin.

    Diese Medienidioten haben sich bis zur Kenntlichkeit entblödet.
  • spielemail1122
    Ich habe mich, bevor ich Sputnik beigetretten bin gut informiert gefühlt. War quasi ein Teil des Mainstream gebildes. Ich bin ganz zufällig auf einene Beitrag von Sputnik in Zusammenhang mit den Öl Geschäften der Türkei mit der Terror Miliz Is gestoßen. Von dem Ereignis war in unteranderem der deutschenn medien nicht zu lesen bzw. zu hören. Merkel hofft auf die Türkisch Deutschen wähler und opfert dafür ein paar kurdische Lämmer. ZITAT: DIE ANGRIFFE AUF DIE Kurden sollen Verhältnissmässig sein". Sputnik wiederum wirbt mit dem Slogan "telling the untold". Genau das ist den Oberhäuptern der Welt, ein Dorn im Auge. Weil man schnell die kontrolle über sein Vieh (das Volk) verlieren könnte. Danke Sputnik. Tell us the Untold. ÜBRIGENS MERKEL, DER ERDOGAN WIRD NACHDEM ER IN SYRIEN NICHT FUSSFASSEN KÖNNEN WIRD, DIE 3 MILIARDEN EISAKEN UND SEINE DROHUNG WAHR MACHEN UND FLÜCHTLINGE IN BUSSE UND FLUGZEUGEN NACH EUROPA SCHICKEN.
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