22:21 28 Juni 2016
Radio
Ein Flüchtlingsboot, das den Ägäis aus der Türkei nach Griechenland überquerte

Türkei fordert jetzt 20 Milliarden für „breitere Flüchtlingsunterstützung“

© AFP 2016/ Aris Messinis
Politik
Zum Kurzlink
2052130914312

Der Appetit kommt beim Essen: Statt der ursprünglichen drei Milliarden Euro hat die Türkei nun ganze 20 Milliarden von Europa gefordert, meldet Reuters am Montag.

Heute findet in Brüssel ein EU-Sondergipfel unter Teilnahme der Türkei statt. Ankara erhoffte sich von Brüssel das versprochene Hilfspaket von drei Milliarden Euro, die für den Unterhalt der Flüchtlinge auf dem türkischen Territorium ausgegeben werden sollen.

Allerdings scheint der Appetit mit drei Milliarden wohl kaum gestillt zu werden: Nach Angaben von Reuters hat Ankara nun den Gipfelteilnehmern vorgeschlagen, alle nichtsyrischen Flüchtlinge, die keine Aufenthaltserlaubnis in Europa erhalten haben, sowie Asylanten, die auf türkischen Gewässern abgefangen wurden, bei sich aufzunehmen. Dafür aber soll Ankara ganze 20 Milliarden Euro gefordert haben.

Auch diplomatische Quellen haben bestätigt, dass während einer Vorbereitungssitzung mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem Premierminister der Niederlande, Mark Rutte, am Vorabend vor dem Gipfeltreffen, der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu einen weitaus höheren Beitrag gefordert habe. Einer der Informanten nannte gegenüber Reuters die Zahl von 20 Milliarden.

Zudem habe Ankara für seine Flüchtlingsdienstleistungen eine weitere Bedingung gestellt: Die visafreie Ein- und Ausreise in die EU solle statt Oktober schon im Juni  gestatten werden.

Nach Angaben der europäischen Grenzschutzbehörde Frontex sind aus der Türkei in die EU seit Januar 68.000 Migranten geflüchtet, was um 38 Mal mehr als im vergangenen Jahr ist.

 

Zum Thema:
EU will Balkanroute schließen
Tags:
Flüchtlingsbeihilfe, Milliarden, Visa-Gebühren, EU-Gipfel, EU-Türkei-Sondergipfel, Gipfeltreffen, EU, Recep Tayyip Erdogan, Ahmet Davutoglu, Türkei
GemeinschaftsstandardsDiskussion
via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
neue Kommentare anzeigen (0)
Top-Themen